Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.3 Wassernutzung und Emissionen in das Wasser

Die kontinuierliche Verfügbarkeit von sauberem Wasser in ausreichenden Mengen ist eine Voraussetzung für die Versorgung unserer Produktionsstandorte und ihr Umfeld. Dies ist jedoch in vielen Regionen der Welt nicht mehr ohne Weiteres gegeben. Wir tragen Sorge für unsere Wasserversorgung, ohne dass die industrielle Wassernutzung zu lokalen Problemen wie z. B. Wasserknappheit für die dortige Bevölkerung führt.

Bayer unterstützt das „ceo Water Mandate“ des un Global Compact, um in Zusammenarbeit mit wesentlichen Stakeholdern nachhaltige Strategien im Umgang mit Wasser zu entwickeln. Über unseren Umgang mit Wasser und die damit verbundenen Risiken berichten wir im CDP Water Disclosure“.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-1

In den letzten Jahren haben wir uns aktiv an der Arbeitsgruppe des „ceo Water Mandate“ und der Neufassung der „Corporate Water Disclosure Guidelines“ beteiligt. Die aktualisierten Richtlinien wurden im September 2014 veröffentlicht. Zu unserem Engagement, den umgesetzten Maßnahmen und erreichten Ergebnissen im Konzern nehmen wir ausführlich in unserer jährlich veröffentlichten Antwort zum „cdp Water Disclosure“ Stellung, die einer Fortschrittsmitteilung für das „ceo Water Mandate“ entspricht. Mit dieser von cdp initiierten Abfrage fordern institutionelle Investoren mehr als 800 der weltweit größten Unternehmen auf, ihr Wassermanagement, den unternehmensbezogenen „Water-Footprint“ sowie ihre Chancen und Risiken im Umgang mit Wasser offenzulegen. Darüber hinaus hat Bayer im Berichtsjahr im Rahmen des „cdp Water Disclosure“ an einem Pilotprojekt zur Entwicklung einer einheitlichen Bewertungs- und Vergleichsmethodik des „Water Stewardship“ von Unternehmen teilgenommen.

Auf Basis der Wasser-Position unseres Unternehmens und auf Grundlage der Umweltaspektbetrachtung unserer bestehenden Bayer-Umweltmanagementsysteme haben wir ein Programm zur gezielten und fortlaufenden Verbesserung unserer wasserbezogenen Betriebsabläufe etabliert. Dabei geht es sowohl um den Schutz von Ressourcen als auch um deren effiziente Nutzung. Wir haben dazu 2013 anhand des wbcsd (World Business Council for Sustainable Development) Global Water ToolTM ein Screening aller unserer umweltrelevanten Standorte in Bezug auf Wasserknappheit vorgenommen. Dabei haben wir Standorte identifiziert, die wegen ihrer Lage in wasserarmen Regionen besonderen Risiken hinsichtlich Wasserverfügbarkeit und -qualität ausgesetzt sind. Diese Standorte sollen gemäß unserem Konzernziel bis 2017 ein Wassermanagement mit lokalen Zielen etablieren (siehe auch Kapitel 1.3 „Konzernziele“). An über 80 % dieser Standorte haben wir 2014 bereits eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Wassermanagements durchgeführt. Dabei wurde z. B. überprüft, ob bereits wasserrelevante Strategien, Ziele und Initiativen sowie ein entsprechendes Risiko-Management vorliegen. Auf Basis dieser Überprüfung werden ab 2015 mit den jeweiligen Standorten individuelle Schritte zur Verbesserung des Wassermanagements vereinbart. Darüber hinaus begegnen unsere drei Teilkonzerne mit spezifischen Systemen und Standards ihren jeweiligen Herausforderungen im Umgang mit Wasser.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-2

HealthCare verpflichtet sich in einer „Water Protection Directive" zu verantwortlicher Wassernutzung. Am Standort Bergkamen, dem größten Bayer-Produktionsstandort für Pharmawirkstoffe, werden alle auf dem Werksgelände anfallenden Abwässer in der Zentralen Abwasserbehandlungsanlage (zaba) aufbereitet. Ihre moderne Membrantechnologie hält die Biomasse aus der biologischen Abwasserbehandlung vollständig zurück. Die Reinigungswirkung der Ultrafiltration ist so hoch, dass das gereinigte Wasser direkt in den Fluss Lippe geleitet werden kann. Stark lösemittelbelastetes Wasser gelangt vor Behandlung in der zaba zunächst in die dezentrale Prozesswasseraufbereitungsanlage. Lösemittelbestandteile werden abgetrennt, soweit möglich gereinigt und wiederverwendet. Nicht recycelbare Stoffe werden verbrannt. Die Anlage reduziert den Gehalt organischer Stoffe (die sogenannte toc-Fracht) erheblich: ca. 96 % der Stoffe werden auf diese Weise herausgefiltert, bevor das Wasser in der zaba aufbereitet wird. Darüber hinaus wurde 2014 ein Projekt zur Sammlung, Behandlung und Nutzung von Regenwasser abgeschlossen, um u. a. den Wasserverbrauch aus anderen Quellen zu reduzieren.

CropScience ist Mitglied der „Water Programme Leadership Group" des „World Business Council for Sustainable Development”. Am Standort Quart de Poblet, Spanien, haben wir im Rahmen des „European Water Stewardship (ews)-Program“ ein Pilotprojekt zur Bewertung nachhaltiger Nutzung von Wasser und der Ermittlung von Verbesserungspotenzialen durchgeführt. Diese Bewertung war Grundlage für die 2014 erfolgte Zertifizierung im ews-Wasser-Projekt.

MaterialScience regelt den ressourcenschonenden Einsatz von Wasser in seiner hseq-Policy. Hierin bekennt sich das Unternehmen zu einem gewissenhaften Umgang mit Ressourcen und sieht es als seine Verantwortung an, seinen Beitrag zu Umweltschutz und Energieeffizienz ständig zu verbessern. Im Rahmen seines Umweltmanagement-Systems hat sich der Standort Tarragona verschiedene Ziele gesetzt, um die Einleitungen von Emissionen ins Wasser sowie die Gesamtwassermenge zu reduzieren. Die dafür initiierten Maßnahmen umfassen beispielsweise die Nutzung von Regenwasser für den Werkskühlturm sowie die Wiederverwendung von Abwasser aus der öffentlichen Kläranlage.

Wassereinsatz und -verwendung

Der Gesamtwassereinsatz im Konzern sank 2014 um 3,1 % auf 349,8 Mio m3 an. Wesentliche Rückgänge waren im Chempark Dormagen, Deutschland, und an den Standorten South Charleston und Institute, beide usa, zu verzeichnen. Infolge der stufenweisen Schließung des CropScience-Standortes Institute reduzierte sich der dortige Wasserverbrauch um weitere 2,2 Mio m3 auf 15,2 Mio m3.

71,1 % des gesamten von Bayer eingesetzten Wassers ist Durchlaufkühlwasser, das ausschließlich erwärmt wird und nicht mit Produkten in Kontakt kommt. Eine Rückführung in den Wasserkreislauf ist im Rahmen der behördlichen Genehmigungsvorgaben ohne weitere Behandlung möglich. Die Gesamtmenge an Durchlaufkühlwasser betrug im Berichtsjahr 248,7 Mio m3. In unserer Produktion sind wir bestrebt, Wasser mehrfach zu nutzen und wieder aufzubereiten. An derzeit 35 Standorten wird Wasser rezykliert, z. B. in geschlossenen Kühlwasserkreisläufen, durch Wiederverwendung von gereinigtem Abwasser oder der Rückführung von Dampfkondensaten als Prozesswasser. Im Berichtsjahr konnten insgesamt 12,8 Mio m3 Wasser wiederverwendet werden.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.3-3

Das Diagramm zeigt die Verteilung der Wasserverwendungsarten im Bayer-Konzern.

Die Bezugsquellen des Wassers entsprachen im Wesentlichen denen des Vorjahres.

Nettoaufnahme von Wasser nach Bezugsquelle         [Tabelle 3.12.5]
  2010 2011 2012 2013 2014
Wassereinsatz (in Mio m³ pro Jahr) 474 411 384 361 350
Davon aus Oberflächengewässern (in %) 71 65 64 63 63
Davon aus Bohrungen/Quellen (in %) 25 31 32 33 32
Davon aus öffentlicher Trinkwasserversorgung (in %) 3 2 2 3 3
Davon aus anderen Quellen, i. d. R. Regenwasser (in %) 1 2 2 2 2

Abwasser und Abwassereinleitungen

Die Gesamtmenge der Prozessabwässer stieg um 6,1 %. Alle Abwässer unterliegen einer strengen Überwachung und Bewertung, bevor sie in die Entsorgungswege geleitet werden. Der Anteil der Prozessabwässer, die in einer Abwasserbehandlungsanlage von Bayer oder Dritten gereinigt wurden, betrug weltweit 75,5 %. Die restlichen 24,5 % wurden nach sorgfältiger Prüfung als umweltverträglich eingestuft und ein Teil davon wie im Vorjahr aufgrund ihrer nährstoffhaltigen Zusammensetzung zur Bewässerung von Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen verwendet.

Prozess-Abwassermenge         [Tabelle 3.12.6]
  2010 2011 2012 2013 2014
Prozess-Abwassermenge (in  Mio m³) 69 72 65 63 66

Wir wollen Emissionen ins Abwasser so gering wie möglich halten. Bei der Einleitung von Phosphaten in das Abwasser gab es einen Rückgang von 12,6 %. Die Emissionen von organischem Kohlenstoff („Total Organic Carbon“, toc) gingen um 21,6 % zurück. Dies ist vor allem auf die gesunkenen toc- und Phosphateinleitungen am CropScience-Standort Kansas City in den usa zurückzuführen. Dort wurden Ende 2013 Wartungs- und Inspektionsarbeiten an der Abwasserbehandlungsanlage sowie die Inbetriebnahme eines neuen Abwasserlabors abgeschlossen. Die Reinigungsleistung und Abwasserüberwachung konnten dadurch deutlich verbessert werden. Auch am HealthCare-Standort Berkeley, usa, konnte 2014 aufgrund der Eliminationsrate der lokalen Kläranlage die Phosphateinleitung in das Abwasser gesenkt werden.

Bei Emissionen von Stickstoffverbindungen in das Abwasser verzeichneten wir 2014 einen Anstieg um 11,3 %. Dieser wurde vornehmlich am CropScience-Standort Dormagen durch ein erhöhtes Produktionsvolumen verursacht, aber auch am MaterialScience-Standort Baytown, usa, da das dort vorhandene Denitrifikationsverfahren aufgrund von Anlagenstörungen nicht optimal genutzt werden konnte.

Emissionen in das Wasser         [Tabelle 3.12.7]
  2010 2011 2012 2013 2014
Phosphor (in 1.000 t/a) 0,09 0,08 0,15 0,11 0,10
Stickstoff (in 1.000 t/a) 0,49 0,53 0,70 0,69 0,76
Stickstoff (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge) 0,0474 0,0486 0,0624 0,0620 0,0671
TOC1 (in 1.000 t/a) 1,42 1,50 1,42 1,53 1,20
TOC (in kg pro t produzierter Verkaufsmenge) 0,136 0,137 0,126 0,138 0,105
Schwermetalle (in 1.000 t/a) 0,0114 0,0108 0,0098 0,0091 0,0063
Anorganische Salze (in 1.000 t/a) 866 926 1.048 946 845
CSB2 (in 1.000 t/a) 4,26 4,51 4,25 4,58 3,59
1 Total Organic Carbon (gesamter organisch gebundener Kohlenstoff)
2 Chemischer Sauerstoffbedarf, rechnerischer Wert auf Basis der TOC-Werte (TOC x 3 = CSB)
Letzte Änderung: 18. März 2015  Copyright © Bayer AG
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