Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.6 Umwelt- und Transportereignisse

Unter Umweltereignissen verstehen wir Vorkommnisse im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit, bei denen es zum Austritt von Stoffen in die Umwelt kommt. Faktoren für die Berichtspflicht sind insbesondere Art und Menge des Stoffs, entstandene Schadenshöhe oder etwaige Folgen für Anwohner. Gemäß unserer internen Selbstverpflichtung berichten wir bei austretenden Stoffen mit einem hohen Gefährdungspotenzial bereits ab einer Menge von 100 kg.

Trotz unserer umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und -trainings lassen sich Umweltereignisse leider nicht vollständig verhindern. Im Jahr 2014 ist die Zahl der Umweltereignisse von zehn auf vier gesunken.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.6-1

Anzahl der Umweltereignisse     [Tabelle 3.12.8-3]
  2010 2011 2012 2013 2014
Umweltereignisse 7 3 5 10 4

Die Zahl der Transportereignisse stieg von elf auf zwölf. Auch die Einstufung von Transportereignissen erfolgt nach von Bayer eindeutig festgelegten Kriterien (nähere Informationen siehe Kapitel 11 „Sicherheit“).

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.6-2

Von den berichteten 16 Ereignissen waren 4 als Umweltereignisse und 12 als Transportereignisse einzustufen.

Umwelt- und Transportereignisse 2014   [Tabelle 3.12.8-4]
  Umwelt Transport Personen-
schaden
MaterialScience, Brasilien, 06.01.2014
An einem LKW, beladen mit 14 IBCs1 gefüllt mit MDI (Diphenyl-Methan-Diisocyanat), traten bei einem Verkehrsunfall auf einer Autobahn rund 1.300 kg aus. Der Unfall wurde der örtlichen Umweltbehörde sowie einem auf Chemikalienereignisse spezialisierten Dienstleister gemeldet. Die Produkte wurden zu unserem Lieferstandort zurücktransportiert und dort fachmännisch behandelt.
  X Nein
MaterialScience, Deutschland, 27.03.2014
Ein Tankwagen, der am Standort Brunsbüttel mit TDI befüllt worden war, verlor auf dem Weg zum Kunden auf der Autobahn und einem Parkplatz Produkt. Die vom LKW-Fahrer gerufene Feuerwehr sperrte zeitweise die Autobahn. Der Fahrer verbrachte vorsorglich 24 Stunden zur Beobachtung im Krankenhaus.
  X Nein
MaterialScience, USA, 10.04.2014
Während eines Abfüllvorgangs in einem Lager entkoppelte der Lagerarbeiter den Versorgungsschlauch eines Tanks, der noch unter Druck stand. Dabei gelangten ca. 100 Liter des Produkts auf eine Betonfläche in einem Auffangbereich. Es kam niemand zu Schaden.
  X Nein
MaterialScience, Dormagen, Deutschland, 28.04.2014
Bei Instandhaltungsarbeiten trat im Chempark in einem Nicht-Bayer-Betrieb eine geringe Menge Phosgen-Lösung aus. Das Überwachungssystem im benachbarten MaterialScience-Betrieb löste automatisch eine Dampf-Ammoniak-Schutzwand aus, die nur wenige Minuten in Betrieb war. Dabei wurden 140 kg Ammoniak freigesetzt.
X   Nein
MaterialScience, USA, 13.05.2014
Ein Transportunfall zwischen einem LKW und einem PKW verursachte langsames Austropfen einer Flüssigkeit aus dem LKW. Diese stellte sich bei späterer Untersuchung als ungefährliche Containerheizflüssigkeit heraus. Der Fahrer des LKW wurde bei dem Unfall nicht verletzt. Der PKW-Fahrer kam aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus.
  X Ja
Currenta, Dormagen, Deutschland, 05.06.2014
Aufgrund eines undichten Flansches an einer Rohrleitung kam es zum Austritt von ca. 10 m³ 18 %-iger Salzsäure. Die zuständige Behörde wurde informiert und in Abstimmung mit dieser das aufgefangene Abwasser über eine Kläranlage entsorgt sowie der kontaminierte Boden ausgekoffert und vorschriftsmäßig deponiert. Es kam niemand zu Schaden.
X   Nein
MaterialScience, USA, 31.07.2014
Bei einem Verkehrsunfall kam der Fahrer eines Kontraktor-LKWs von der Autobahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Der Fahrer erlitt dabei tödliche Verletzungen. Durch den Aufprall wurden u. a. die geladenen Boxcontainer Makrolon in einen Graben neben der Autobahn geschleudert. Der Inhalt trat dabei komplett aus und wurde fachgerecht entsorgt.
  X Ja
MaterialScience, USA, 06.08.2014
Aus einem Tankwagen, beladen mit 36 %-iger Salzsäure, trat auf dem Weg zum Kunden Produkt aus. Die vom Fahrer herbeigerufene Feuerwehr sowie ein Gefahrgut-Team banden die Salzsäure mit Sand und füllten die restliche Flüssigkeit in einen anderen Tankwagen um. Der Vorgang führte zu einer mehrstündigen Sperrung der Fahrbahn. Verletzungen wurden nicht berichtet.
  X Nein
MaterialScience, Australien, 18.08.2014
Im Bereich eines Container-Ladedocks stürzte ein Fass mit 250 Liter Desmodur um und rollte in den Hofbereich. Das Fass wurde dabei beschädigt und Produkt trat aus. Das Produkt wurde anschließend fachmännisch aufgenommen und entsorgt.
  X Nein
MaterialScience, Indien, 23.08.2014
Ein mit 13 IBCs1 beladener LKW geriet auf dem Weg in ein Lager in einen Unfall. Dabei traten rund 8.500 kg Polyol (kein Gefahrgut) aus, das mit Absorptionsmitteln und Sand gebunden wurde. Das alarmierte Fachpersonal für Chemikalienereignisse sorgte für fachgerechte Abwicklung und Entsorgung.
  X Nein
MaterialScience, Antwerpen, Belgien, 16.09.2014
Produktionsmitarbeiter entdeckten eine leckende Dichtung am Hauptflansch eines Wärmetauschers. Die Dichtung zerbarst teilweise, wodurch heiße Prozessgasströme mit ca. 150 kg Kohlenmonoxid in die Atmosphäre austraten. Der Reformer wurde sofort mit Stickstoff gespült, um die Freisetzung weiteren Gases zu verhindern.
X   Nein
MaterialScience, Frankreich, 18.09.2014
Bei Verladearbeiten auf einem Schiff im Hafen von Marseille wurde ein mit ca. 24 Tonnen Polyol (kein Gefahrgut) gefüllter Flexibag-Container zerstört und lief aus.
  X Nein
MaterialScience, Schweiz, 07.10.2014
Bei einem Kunden kam es während der Entladung eines Containers zu einem Austritt von ca.1-2 m³ Bisphenol A. Es gab keine verletzten Personen.
  X Nein
MaterialScience, USA, 21.11.2014
Während der Produktentladung kam es bei einem Containertransporter zu einem Riss am Entladeschlauch. Dabei traten ca. 190 Liter eines MDI-haltigen Polymers aus, die aufgefangen und entsorgt wurden. Es kam nicht zu Verletzungen oder Gefährdungen.
  X Nein
MaterialScience, USA, 15.12.2014
Während des Umladens von Toluylen-Diamin (TDA) von einem Schienenfahrzeug in einen
Lagertank wurde eine Pumpendichtung am Tank beschädigt. Dabei liefen ca. 150 Liter TDA in den Sicherheitsbereich der Pumpe. Es kam zu keinen Umweltauswirkungen.
  X Nein

MaterialScience, Dormagen, Deutschland, 21.12.2014
Aufgrund eines Dichtungsversagens kam es zu einer Leckage an einer Werknetzleitung für 32 %-ige Natronlauge. Dabei liefen ca. 3 m³ Natronlauge über die Rohrbrückenleitung auf die darunterliegende Rasenfläche.

X   Nein

1 IBC (Intermediate Bulk Container)

Die folgenden Ereignisse wurden registriert und analysiert, gelten jedoch nach Bayer-Kriterien nicht als Umwelt- oder Transportereignisse.

Weitere Ereignisse, die nicht die Bayer-Kriterien für Umwelt- oder Transportereignisse erfüllen1 [Table 3.12.8-5]
Ereignisstätte Beschreibung Erläuterung
MaterialScience, Belford Roxo, Brasilien, 31.03.2014 Toter durch Schüsse am Standort Belford Roxo Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes (Kontraktor) verlor auf tragische Weise sein Leben. Er wurde von mehreren Schüssen tödlich getroffen, die von außerhalb des Werksgeländes abgefeuert wurden.
CropScience, Korangi, Pakistan, 08.04.2014 Entführung eines Bayer-Mitarbeiters in Korangi Während einer Geschäftsreise wurde ein Mitarbeiter mit Waffengewalt entführt und am Folgetag an einer Straße freigelassen. Die Entführer stahlen sein Auto sowie seine persönlichen Gegenstände. Der Mitarbeiter wurde vorsorglich im Krankenhaus untersucht und der Vorfall als Arbeitsunfall mit Arbeitsausfalltagen eingestuft.
MaterialScience, Pittsburgh, USA, 06.06.2014 Leckage bei Propylenoxid-Lagerung am Standort Pittsburgh Bei der Lagerung von Propylenoxid kam es zu einer Leckage. Diese konnte von Fachpersonal behoben, das Produkt gesichert und weiterverwendet werden. Es gab keine Gefährdungen, Verletzungen oder Umweltschäden. Lokale Medien waren vor Ort und berichteten über den Vorfall.
CropScience, Nigel, Südafrika, 24.06.2014 Verpuffung an einer Anlage am Standort Nigel Während des manuellen Umfüllens eines CropScience-Produkts kam es zu einer Verpuffung innerhalb eines Filters. Es wurde dabei niemand verletzt. Die betroffenen Mitarbeiter wurden dennoch vorsichtshalber in einem Krankenhaus untersucht.
Currenta, Dormagen, Deutschland, 15.09.2014 Explosion im Chempark Dormagen Im Chempark Dormagen kam es zu einer Explosion auf dem Betriebsgelände der Firma INEOS. Die Werksfeuerwehr des Chempark löschte das dabei entstandene Feuer. Nach Medienberichten bestand laut Aussage der Bezirksregierung für die Bevölkerung keine Gefahr.
CropScience, Hürth-Knapsack, Deutschland, 21.10.2014 Brand im Chemiepark Knapsack Im Chemiepark Knapsack kam es nach einer Stofffreisetzung zu einem Brand in einem Betrieb von CropScience, der von der Werkfeuerwehr und öffentlichen Feuerwehren aus dem Umland gelöscht wurde. Bei den Messungen, die im Umfeld des Chemieparks durchgeführt wurden, konnten keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen festgestellt werden. Die durch den Brand freigesetzten Rauchgase führten zu Geruchsbelästigungen. Die zuständigen Behörden sowie die umliegende Nachbarschaft des Chemieparks wurden informiert. Das Ereignis wurde als Anlagensicherheitsereignis (Loss of Primary Containment, LoPC-Stofffreisetzung/Leckagen) eingestuft.
1 Bayer erfasst generell jeden Todesfall, der uns im Zusammenhang mit unserer Geschäftstätigkeit gemeldet wird. Eine Differenz zwischen der Anzahl der Todesfälle in der Tabelle 3.11.1 Arbeitsunfälle und der o. g. Tabelle 3.12.8-5 kann sich dadurch ergeben, dass wir bei den Arbeitsunfällen definitionsgemäß ausschließlich Todesfälle von Bayer-Mitarbeitern und Kontraktoren-Mitarbeitern angeben, die unter unmittelbarer Bayer-Aufsicht standen.
Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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