Lagebericht & Ergänzungen | Prognose-, Chancen- und Risikobericht

20. Prognosebericht

20.1 Konjunkturausblick

Gesamtwirtschaft

Konjunkturausblick   [Tabelle 3.20.1]
  Wachstum1 2014 Ausblick Wachstum1 2015
Welt 2,7 % 3,0 %
EU 1,3 % 1,7 %
davon Deutschland 1,5 % 1,6 %
USA 2,4 % 3,1 %
Schwellenländer2 4,3 % 4,1 %
Wachstum 2014 angepasst
1 reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, Quelle: Global Insight
2 Darin enthalten sind rund 50 Länder, die Global Insight in Anlehnung an die Weltbank als Schwellenländer definiert.
Stand: Februar 2015

Die Weltwirtschaft dürfte im Jahr 2015 stärker wachsen als im Vorjahr. Unterstützend wirkt weiterhin die insgesamt expansive Geldpolitik. Einen Schub für die Konjunktur bringt auch der stark gesunkene Ölpreis, der die Verbraucher entlastet und den Konsum stimuliert. Bremsend wirken dagegen in vielen Ländern weiterhin die hohen Schulden privater und öffentlicher Haushalte.

Für die Europäische Union rechnen wir mit einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung. Dazu trägt – neben der niedrigen Inflation und der Abwertung des Euro – vor allem der Aufschwung in Großbritannien bei. Von der deutschen Wirtschaft sind dagegen keine wesentlichen Impulse zu erwarten. In den südeuropäischen Ländern belastet weiterhin die hohe Arbeitslosigkeit die Konjunktur.

In den usa wird das Wachstum voraussichtlich deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Wichtigste Konjunkturstütze dürfte der private Konsum sein, vor allem aufgrund des hohen Beschäftigungswachstums.

Das Wachstum der Schwellenländer dürfte sich 2015 erneut leicht abschwächen. Insbesondere in China erwarten wir angesichts industrieller Überkapazitäten ein geringeres Wachstum. In Russland ist aufgrund von Kapitalabflüssen, Wirtschaftssanktionen und geringerer Einnahmen aus dem Ölexport mit einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftstätigkeit zu rechnen.

Konjunkturausblick Teilkonzerne   [Tabelle 3.20.2]
  Wachstum1 2014 Ausblick Wachstum1 2015
HealthCare    
Pharmamarkt 8 % 7 %
Consumer-Care-Markt 4 % 4 %
Medical-Care-Markt -3 % -2 %
Animal-Health-Markt 5 % 5 %
CropScience    
Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt 6 %  3 %
MaterialScience
(Hauptabnehmerbranchen)
   
Automobilindustrie 3 % 4 %
Bauwirtschaft 4 % 4 %
Elektroindustrie 5 % 6 %
Möbelindustrie 4 % 4 %
1 eigene Berechnung, ausgenommen Pharmamarkt: Quelle: IMS Health. IMS Market Prognosis. Copyright 2014. Alle Rechte vorbehalten; währungsbereinigt; Werte 2014 vorläufig
Stand: Februar 2015

HealthCare

Das Wachstum des Pharmamarktes dürfte im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgehen, insbesondere aufgrund der etwas niedrigeren Wachstumsrate in den usa. Nachdem neue Produkteinführungen und die Gesundheitsreformen dort im Vorjahr zu zweistelligen Zuwächsen geführt haben, wird das Wachstum 2015 voraussichtlich etwas geringer ausfallen – unter anderem durch neue Patentabläufe und neue Generika. In den Schwellenländern erwarten wir eine weitere Zunahme der Nachfrage.

Für den Consumer-Care-Markt rechnen wir im Jahr 2015 mit einem Wachstum auf dem Niveau des Vorjahres. Für den Medical-Care-Markt erwarten wir einen leichten Rückgang. Hier gehen wir von einer Abschwächung des Diabetes-Care-Marktes aus. Der Markt für Kontrastmittel und Medizingeräte (Geschäftseinheit Radiology) dürfte das Vorjahresniveau erreichen. Für den Animal-Health-Markt erwarten wir ein Wachstum auf dem Niveau des Vorjahres.

CropScience

Nachdem sich der globale Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt im vergangenen Jahr weiter dynamisch entwickelte, rechnen wir für 2015 mit einem volatilen Marktumfeld. Für 2015 wird prognostiziert, dass die globalen Lagerbestände für die meisten pflanzlichen Agrarrohstoffe weiter ansteigen. Auf der anderen Seite dürfte die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Nahrungs- und Futtermitteln die Preise stützen. Für 2015 rechnen wir mit einer insgesamt geringeren Wachstumsrate im unteren einstelligen Prozentbereich.

Die größten Zuwächse erwarten wir nach wie vor in Lateinamerika, wobei das Wachstum in dieser Region im Vergleich zum Vorjahr aber niedriger ausfallen dürfte. Der dortige Saatgut- und Pflanzenschutzmarkt wird hauptsächlich von einer kontinuierlichen Ausweitung des Sojabohnenanbaus getrieben. Auch in Asien/Pazifik rechnen wir – wenn auch mit deutlich geringeren Wachstumsraten als in Lateinamerika – mit einer weiteren Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Die Entwicklung in dieser Region wird vor allem von Getreide und Reis, aber auch vom Anbau von Sonderkulturen wie Obst und Gemüse bestimmt. Für die Märkte in den industrialisierten Regionen der nördlichen Hemisphäre prognostizieren wir im Vergleich zu 2014 eine geringe Wachstumsdynamik.

MaterialScience

2015 erwarten wir für unsere Hauptabnehmerbranchen eine weitere Verbesserung des Konjunkturklimas. In Nordamerika lässt die positive wirtschaftliche Entwicklung erneut auf einen Nachanfrageanstieg hoffen. Demgegenüber dürfte die wirtschaftliche Erholung in Europa auf einem niedrigeren Niveau verlaufen. Hier rechnen wir mit einem geringeren Wachstum für unsere Hauptabnehmerbranchen. In Asien erwarten wir ein vergleichsweise hohes Wachstum.

Für die Automobilindustrie gehen wir 2015 von einem höheren Wachstum aus als im Vorjahr. Dabei könnte ein nachhaltig niedrigerer Ölpreis zur positiven Entwicklung beitragen. Asien und Nordamerika dürften die wesentlichen Wachstumstreiber bleiben, während die Automobilindustrie in einigen Ländern Südamerikas und Osteuropas vor Herausforderungen steht.

Das Wachstum der globalen Bauindustrie wird sich 2015 voraussichtlich auf Vorjahresniveau bewegen. Für Europa erwarten wir eine weitere Erholung der Konjunktur. Die Aussichten für Nordamerika sowie für Asien sind positiv und sollten von einem stabilen Investitionsklima geprägt sein. Gegenläufige Effekte könnten sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in Russland und Brasilien ergeben.

Für die globale Elektronikindustrie erwarten wir erneut ein starkes Wachstum in 2015. Im Wesentlichen dürfte die Nachfrage aus Asien (insbesondere China und Indien) stammen. Für Nordamerika erwarten wir eine positive Entwicklung, während wir in Europa weiterhin nur von einem geringen Wachstum ausgehen.

In der globalen Möbelindustrie rechnen wir 2015 mit einem stabilen Wachstum. In Nordamerika gehen wir von einem robusten Nachfrageanstieg aus, von dem auch die Möbelproduzenten im asiatischen Raum profitieren dürften. Auch für den asiatischen Binnenmarkt erwarten wir eine erfreuliche Geschäftsentwicklung. In Europa dürfte sich die Erholung der Möbelindustrie fortsetzen.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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