• Forschung an der Schnittstelle

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    Der Schwerpunkt des Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr in Richtung der Life-Science-Geschäfte verschoben. Mit unseren Produkten können Ärzte ihren Patienten helfen, Landwirte dazu beitragen, die Menschheit zu ernähren, und Veterinäre Tiere behandeln.

Wissenschaftler von Bayer HealthCare und Bayer CropScience forschen in verschiedenen Projekten gemeinsam an Lösungen für die Bereiche Gesundheit und Ernährung. Das ist das Ziel einer Initiative über die Grenzen der Teilkonzerne hinweg, mit der die Innovationskraft des Unternehmens weiter gestärkt werden soll.

Innovationen finden oft an den Schnittstellen wissenschaftlicher Disziplinen statt, deshalb werden die gemeinschaftlichen Forschungsprojekte uns neue Erkenntnisse und Perspektiven bieten.

Verschiedene Spezies haben viele Gemeinsamkeiten. Das zeigt schon allein der Blick auf die Ebene der Zellen. Eines der Pionierprojekte im Rahmen der interdisziplinären Forschungszusammenarbeit befasst sich deshalb mit den Mechanismen, die dafür sorgen, dass Zellen sich vermehren oder verkümmern. „Zellen besitzen ein Gedächtnis – und zwar in Form einer chemischen Markierung in der DNA. Diesen Gedächtniseffekt nennt man Epigenetik“, sagt Dr. Klaus Tietjen, einer der ersten Bayer-Wissenschaftler, der sich diesem Forschungsbereich zuwandte. Ziel des Pionierprojekts sei es nun, relevante Ziel-Gene oder Proteine, die in epigenetischen Prozessen involviert sind, zu identifizieren und über ihre Stimulierung oder Blockierung neue Möglichkeiten für die Heilung von Krankheiten und für die Stressbeständigkeit von Pflanzen zu finden.

Bayer will sich in Zukunft ausschließlich auf die Life-Science-Geschäfte HealthCare und CropScience fokussieren und MaterialScience als eigenständiges Unternehmen an die Börse bringen.

Die Forscher von Bayer HealthCare wollen sich diese epigenetischen Prozesse zunutze machen, um neuartige therapeutische Ansätze für die Krebsbekämpfung zu finden. Projektleiter Dr. Bernard Haendler: „Zellen erhalten bei ihrer Entstehung eine Programmierung für eine bestimmte Aufgabe – sie entwickeln sich dann beispielsweise zur Hirnzelle, Hautzelle oder Leberzelle. Wenn sie diesen Sollzustand erreicht haben, werden bestimmte Gene durch epigenetische Merkmale an- oder ausgeschaltet. Verlieren gesunde Zellen diese epigenetische Markierung später teilweise oder ganz, dann verschwindet auch ihre Einbindung in das Gesamtsystem. Sie entarten zur Krebszelle und beginnen, sich rücksichtslos und unkontrolliert zu teilen.“ Das Wissenschaftlerteam untersucht jetzt, inwieweit man mit chemischen Wirkstoffen die einzelnen Komponenten dieser epigenetischen Maschinerie kontrollieren und so die Krebszellen an der Teilung hindern kann. Das Team um Haendler konnte bereits einen ersten Kandidaten für die präklinische Entwicklung vorstellen.

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In interdisziplinären Teams arbeiten die Forscher von Bayer über die Grenzen der Teilkonzerne hinweg zusammen: Dr. Bernard Haendler von Bayer HealthCare in Berlin und Catherine Sirven von Bayer CropScience in Lyon erforschen über die Grenzen ihrer Teilkonzerne hinweg die Regulierung von Genen.

Die funktionsübergreifende Innovationskultur, die wir bei Bayer haben, bringt uns alle weiter.

Die Forscher von Bayer CropScience wollen die Signalwege der Zellen auf andere Weise beeinflussen. Hier geht es  darum, epigenetische Mechanismen zu finden, die die Stressresistenz von Pflanzen vergrößern können. Dabei verfolgen sie zwei komplementäre Ansätze. Zum einen suchen die Wissenschaftlerteams nach Substanzen, die das Immunsystem der Zellen stärken und so den Widerstand der Pflanze gegen Kälte, Hitze, Insekten, Krankheiten und Trockenheit erhöhen. Zum anderen bietet die Epigenetik neue Ansätze in der Pflanzenzüchtung.

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In interdisziplinären Teams arbeiten die Forscher von Bayer über die Grenzen der Teilkonzerne hinweg zusammen: So beschäftigen sich der Molekularbiologe Dr. Wayne Coco und sein Team mit dem Design therapeutischer Antikörper, die zum Beispiel in der Krebsbehandlung eingesetzt werden.

Die gemeinsamen Substanzbibliotheken von Bayer HealthCare und Bayer CropScience sind die Grundlage für diese Tests. Die gigantischen Datenmengen, die aus diesen Versuchen gewonnen werden, können heute nur noch mit Computeranalytik bewältigt werden. Zum Epigenetik-Team gehören daher auch Bioinformatiker wie Dr. Mark Christoph Ott von Bayer CropScience. Er ist fasziniert von den Chancen der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Kollegen anderer Fachbereiche: „Die funktionsübergreifende Innovationskultur, die wir bei Bayer haben, bringt uns alle weiter.“

Zellen besitzen ein Gedächtnis in Form einer chemischen Markierung in der DNA. Diesen Gedächtniseffekt nennt man 

Epigenetik.

Der „Bayer Life Science Fund“

Mit dem „Bayer Life Science Fund“ werden insgesamt zwölf Projekte unterstützt, um mit gemeinsamer Kraft und Expertise neue Ansätze für die Bereiche Gesundheit und Ernährung zu finden. „Innovationen finden oft an den Schnittstellen wissenschaftlicher Disziplinen statt“, sagt Dr. Monika Lessl, Leiterin des Bereichs Strategische Innovationen. „Deshalb werden die gemeinschaftlichen Forschungsprojekte uns neue Erkenntnisse und Perspektiven bieten und so die Entwicklung bahnbrechender Medikamente, neuer Pflanzenzüchtungen mit Resistenzeigenschaften oder innovativer Pflanzenschutzmittel unterstützen.“ Diese Synergien, verknüpft mit dem leidenschaftlichen Forschergeist der Wissenschaftler, helfen Bayer, die Zukunft der Life-Science-Bereiche mitzugestalten – um einen Beitrag zur Gesundheit aller Lebewesen zu leisten.


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Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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