Lagebericht & Ergänzungen | Wirtschaftsbericht

Geschäftsjahr 2014

Bayer: Anhaltend starke Geschäftsdynamik und
Neuausrichtung des Portfolios

  • Fokussierung des Konzernportfolios auf Life Sciences
  • Rekord-Umsatz und -Ergebnis: Alle Teilkonzerne tragen hierzu bei
  • Neuere Produkte treiben Wachstumsdynamik
  • Konzernumsatz 42,2 Mrd € (wpb. +7,2 %)
  • EBIT 5,5 Mrd € (+11,6 %)
  • EBITDA vor Sondereinflüssen 8,8 Mrd € (+4,9 %)
  • Konzernergebnis 3,4 Mrd € (+7,4 %)
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie 6,02 € (+7,3 %)
  • Ausblick 2015: Weiteres Umsatzwachstum und deutliche Steigerung des Ergebnisses

14. Umsatz, Ertrags- und Finanzlage im Überblick

Gesamtjahr 2014

Das Geschäftsjahr 2014 war für Bayer operativ und strategisch sehr erfolgreich. Sowohl beim Umsatz als auch beim um Sondereinflüsse bereinigten ebitda konnten wir neue Rekordmarken setzen. Die Wachstumsdynamik unserer Life-Science-Bereiche HealthCare und CropScience hielt an; hierzu trugen insbesondere unsere neueren Produkte bei. Der Umsatz von MaterialScience legte ebenfalls erfreulich zu. Das um Sondereinflüsse bereinigte ebitda stieg deutlich. Ein spürbares Mengenwachstum und leicht höhere Verkaufspreise haben dabei gestiegene Aufwendungen für Marketing und Vertrieb und für Forschung und Entwicklung sowie negative Währungseffekte mehr als kompensiert.

Darüber hinaus haben wir 2014 die Weichen für die Ausrichtung unseres Konzerns auf die Life-Science-Bereiche HealthCare und CropScience gestellt: MaterialScience soll bis spätestens Mitte 2016 als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. Durch die Akquisitionen des Consumer-Care-Geschäfts des us-Konzerns Merck & Co., Inc., und der chinesischen Dihon Pharmaceutical Group Co. Ltd. haben wir unser Segment Consumer Health deutlich gestärkt. Unser Pharma-Geschäft profitierte von der Übernahme der Algeta, asa, Norwegen, mit der Bayer bereits zuvor bei der Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments XofigoTM kooperiert hatte.

Umsatzveränderung   [Tabelle 3.14.1]
  2013 2014
  in % in %
Menge 4,3 6,8
Preis 0,8 0,4
Währung -4,4 -2,8
Portfolio 0,3 0,8
Gesamt 1,0 5,2

Der Konzernumsatz stieg währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 7,2 % auf 42.239 Mio € (nominal +5,2 %; Vorjahr: 40.157 Mio €). Alle Teilkonzerne haben zu diesem Anstieg beigetragen. Der Umsatz von HealthCare verbesserte sich wpb. um 7,5 % (nominal +5,6 %). Bei CropScience erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um wpb. 11,2 % (nominal +7,7 %). Der Umsatz von MaterialScience wuchs wpb. um 4,8 % (nominal +3,7 %).

Umsatzerlöse Bayer-Konzern pro Quartal

Das ebit des Bayer-Konzerns stieg um 11,6 % auf 5.506 Mio € (Vorjahr: 4.934 Mio €). Ergebnisbelastend wirkten sich Sondereinflüsse in Höhe von 438 Mio € (Vorjahr: 839 Mio €) aus. Diese enthielten im Wesentlichen Aufwendungen von 173 Mio € aus dem Abgang von Goodwill infolge der vereinbarten sGC-Kooperation mit Merck & Co., Inc., usa, Integrationskosten für erworbene Geschäfte in Höhe von 153 Mio € sowie Vorsorgen für Rechtsfälle in Höhe von 89 Mio €. Gegenläufig wirkte ein Einmalertrag in Höhe per saldo von 77 Mio € aus der Veräußerung unseres Interventional-Geschäfts an Boston Scientific, usa. Das ebit vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 3,0 % auf 5.944 Mio € (Vorjahr: 5.773 Mio €).

Das ebitda vor Sondereinflüssen stieg – trotz negativer Währungseffekte von etwa 410 Mio € – um 4,9 % auf 8.812 Mio € (Vorjahr: 8.401 Mio €; Währungseffekt ca. -4 %). Die gute Geschäftsentwicklung ging einher mit höheren Aufwendungen für Marketing und Vertrieb und Forschung und Entwicklung. Bei HealthCare stieg das ebitda vor Sondereinflüssen um 2,8 % auf 5.484 Mio € (Vorjahr: 5.334 Mio €; Währungseffekt ca. -6 %). Während Pharma das Ergebnis verbessern konnte, war Consumer Health rückläufig. CropScience steigerte das ebitda vor Sondereinflüssen aufgrund höherer Absatzmengen und -preise um 5,0 % auf 2.360 Mio € (Vorjahr: 2.248 Mio €; Währungseffekt ca. -2 %). Das ebitda vor Sondereinflüssen von MaterialScience erhöhte sich um 10,7 % auf 1.187 Mio € (Vorjahr: 1.072 Mio €; Währungseffekt 0 %), hauptsächlich aufgrund gestiegener Absatzmengen und niedrigerer Rohstoff- und Energiekosten.

EBIT und EBITDA vor Sondereinflüssen Bayer-Konzern pro Quartal

Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -981 Mio € (Vorjahr: -727 Mio €) lag das Ergebnis vor Ertragsteuern bei 4.525 Mio € (Vorjahr: 4.207 Mio €). Nach Abzug eines Steueraufwands von 1.082 Mio € (Vorjahr: 1.021 Mio €) sowie nach Anteilen anderer Gesellschafter ergab sich für das Jahr 2014 ein Konzernergebnis von 3.426 Mio € (Vorjahr: 3.189 Mio €). Das Ergebnis je Aktie betrug 4,14 € (Vorjahr: 3,86 €). Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie steigerten wir um 7,3 % auf 6,02 € (Vorjahr: 5,61 €); zur Berechnung siehe Kapitel 16.3 „Bereinigtes Ergebnis je Aktie“.

Brutto- und Netto-Cashflow pro Quartal

Der Brutto-Cashflow erhöhte sich im Jahr 2014 um 16,9 % auf 6.820 Mio € (Vorjahr: 5.832 Mio €). Dies ist insbesondere auf das verbesserte ebit zurückzuführen. Der Netto-Cashflow stieg um 12,4 % auf 5.810 Mio € (Vorjahr: 5.171 Mio €). Hierbei wirkten sich eine geschäftsbedingt größere Mittelbindung im Working Capital und die abgegrenzte Einmalzahlung aus der sGC-Kooperation mit Merck & Co., Inc., usa, in Höhe von 778 Mio € aus. Im Jahr 2014 haben wir Ertragsteuern in Höhe von 1.835 Mio € (Vorjahr: 1.281 Mio €) bezahlt. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich akquisitionsbedingt im Vergleich zum 31. Dezember 2013 um 12,9 Mrd € auf 19,6 Mrd €. Die Nettopensionsverpflichtungen als Saldo von Pensionsverpflichtungen und Planvermögen erhöhten sich im gleichen Zeitraum infolge stark gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen für hochwertige Unternehmensanleihen von 7,3 Mrd € auf 12,2 Mrd €.

Die Bilanzsumme stieg zum 31. Dezember 2014 um 36,9 %auf 70,2 Mrd €. Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Wesentlichen akquisitionsbedingt um 48,7 % auf 48,0 Mrd €. Die Geschäfts- oder Firmenwerte stiegen um 6,3 Mrd € auf 16,2 Mrd  und die übrigen immateriellen Vermögenswerte um 6,7 Mrd  auf 15,6 Mrd €. Der Bilanzwert der kurzfristigen Vermögenswerte stieg um 16,8 % auf 22,2 Mrd €. Das Eigenkapital verminderte sich um 0,6 Mrd € auf 20,2 Mrd €. Das Fremdkapital stieg gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 19,5 Mrd € auf 50,0 Mrd € an, im Wesentlichen aufgrund der akquisitionsbedingten Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten um 12,8 Mrd sowie der Pensionsrückstellungen um 4,9 Mrd .

4. Quartal 2014

Der Konzernumsatz erhöhte sich im 4. Quartal 2014 wpb. um 6,9 % auf 11.039 Mio € (nominal +11,6 %). Der Umsatz von HealthCare verbesserte sich wpb. um 7,8 % auf 5.598 Mio € (nominal +13,3 %). Dabei stieg der Umsatz im Segment Pharma wpb. um 10,1 % auf 3.271 Mio € (nominal +9,9 %), insbesondere durch die erfreuliche Entwicklung unserer neueren Produkte. Bei Consumer Health wuchs der Umsatz wpb. um 4,2 % auf 2.327 Mio € (nominal 18,5 %). CropScience konnte den Umsatz im 4. Quartal aufgrund von Mengensteigerungen wpb. um 8,3 % auf 2.195 Mio € erhöhen (nominal +12,5 %). Der Umsatz von MaterialScience lag mit 2.948 Mio € wpb. um 5,5 % über dem Vorjahr (nominal +9,6 %). Dieser Zuwachs ist vor allem auf gestiegene Absatzmengen zurückzuführen.

Das ebit des Bayer-Konzerns ging im 4. Quartal 2014 um 14,4 % auf 561 Mio € (Vorjahr: 655 Mio €) zurück. Ergebnisbelastend wirkten Sondereinflüsse in Höhe von 442 Mio € (Vorjahr: 439 Mio €). Diese enthielten im Wesentlichen Aufwendungen von 173 Mio € aus dem Abgang von Goodwill infolge der vereinbarten sGC-Kooperation mit Merck & Co., Inc., usa, bilanzielle Vorsorgen für Rechtsfälle in Höhe von 89 Mio € sowie Integrationskosten für erworbene Geschäfte in Höhe von 86 Mio €. Das ebit vor Sondereinflüssen sank um 8,3 % auf 1.003 Mio € (Vorjahr: 1.094 Mio €).

Das ebitda vor Sondereinflüssen stieg im 4. Quartal 2014 um 4,4 % auf 1.846 Mio € (Vorjahr: 1.769 Mio €), vor allem aufgrund von Mengensteigerungen in allen Teilkonzernen. Ergebnismindernd wirkten höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung. Bei HealthCare erhöhte sich das ebitda vor Sondereinflüssen um 6,7 % auf 1.426 Mio € (Vorjahr: 1.337 Mio €). CropScience steigerte das ebitda vor Sondereinflüssen um 15,7 % auf 369 Mio € (Vorjahr: 319 Mio €). Das Ergebnis von MaterialScience lag mit 217 Mio € (Vorjahr: 248 Mio €) um 12,5 % unter dem Vorjahr.

Unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -347 Mio € (Vorjahr: -84 Mio €) sank das Ergebnis vor Ertragsteuern auf 214 Mio € (Vorjahr: 571 Mio €). Das Finanzergebnis beinhaltete insbesondere ein Zinsergebnis von -148 Mio € (Vorjahr: -61 Mio €), Aufwendungen für die Aufzinsung von Pensions- und sonstigen Rückstellungen von -111 Mio € (Vorjahr: -62 Mio €) sowie Währungskursverluste in Höhe von 66 Mio € (Vorjahr: 29 Mio €). Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter ergab sich ein Konzernergebnis von 224 Mio € (Vorjahr: 455 Mio €). Das Ergebnis je Aktie sank auf 0,27 € (Vorjahr: 0,55 ). Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg hingegen auf 1,19 € (Vorjahr: 1,10 €); zur Berechnungsweise siehe Kapitel 16.3Bereinigtes Ergebnis je Aktie“.

Der Brutto-Cashflow des Konzerns stieg um 61,0 % auf 1.575 Mio € (Vorjahr: 978 Mio €) und der Netto-Cashflow um 41,1 % auf 2.230 Mio € (Vorjahr: 1.580 Mio €). Der starke Anstieg des Netto-Cashflows ist im Wesentlichen auf die abgegrenzte Einmalzahlung aus der sGC-Kooperation in Höhe von 778 Mio € zurückzuführen. Die Nettofinanzverschuldung erhöhte sich im 4. Quartal 2014 um 11,1 Mrd € auf 19,6 Mrd € (30. September 2014: 8,5 Mrd €), im Wesentlichen durch Mittelabflüsse für Akquisitionen. Die Nettopensionsverpflichtungen stiegen im Vergleich zum 30. September 2014 um 0,9 Mrd € auf 12,2 Mrd €, vor allem aufgrund gesunkener langfristiger Kapitalmarktzinsen für hochwertige Unternehmensanleihen.

Kennzahlen nach Teilkonzernen und Segmenten im Überblick     [Tabelle 3.14.2]
  Umsatzerlöse EBIT EBITDA vor Sondereinflüssen1
  4. Quartal 2013 4. Quartal 2014 4. Quartal 2013 4. Quartal 2014 4. Quartal 2013 4. Quartal 2014
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
HealthCare 4.939 5.598 631 562 1.337 1.426
Pharma 2.975 3.271 321 375 822 939
Consumer Health 1.964 2.327 310 187 515 487
CropScience 1.951 2.195 163 191 319 369
MaterialScience 2.691 2.948 70 43 248 217
Überleitung 307 298 -209 -235 -135 -166
Konzern 9.888 11.039 655 561 1.769 1.846
1 Zur Definition siehe Kapitel 16.2 „Ermittlung des EBIT(DA) vor Sondereinflüssen“.
Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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