Lagebericht & Ergänzungen | Wirtschaftsbericht

16.5 Finanzlage und Investitionen Bayer-Konzern

Kapitalflussrechnung Bayer-Konzern (Kurzfassung)   [Tabelle 3.16.5]
  2013 2014
  in Mio € in Mio €
Brutto-Cashflow1 5.832 6.820
Veränderung Working Capital/Sonstige nicht zahlungswirksame Vorgänge -661 -1.010
Zu-/Abfluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow) 5.171 5.810
Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit -2.581 -15.539
Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit -2.535 9.736
Zahlungswirksame Veränderung aus Geschäftstätigkeit 55 7
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenanfang 1.698 1.662
Veränderung aus Wechselkurs-/Konzernkreisänderungen -91 184
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Periodenende 1.662 1.853
1 Brutto-Cashflow: Ergebnis nach Ertragsteuern zuzüglich Ertragsteueraufwand zuzüglich Finanzergebnis abzüglich gezahlter bzw. geschuldeter Ertragsteuern zuzüglich Abschreibungen abzüglich Wertaufholungen zuzüglich bzw. abzüglich Veränderungen der Pensionsrückstellungen abzüglich Gewinne bzw. zuzüglich Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten abzüglich Gewinne aus der Neubewertung bisheriger Vermögenswerte bei stufenweisem Unternehmenserwerb. Die Position Veränderung der Pensionsrückstellungen umfasst sowohl die Korrektur nicht zahlungswirksamer Effekte im EBIT als auch Auszahlungen aufgrund unserer Pensionsverpflichtungen.

Zufluss aus operativer Geschäftstätigkeit (Netto-Cashflow)

Der Brutto-Cashflow erhöhte sich im Jahr 2014 um 16,9 % auf 6.820 Mio € (Vorjahr: 5.832 Mio €). Dies ist insbesondere auf das verbesserte ebit zurückzuführen. Der Netto-Cashflow stieg um 12,4 % auf 5.810 Mio € (Vorjahr: 5.171 Mio €). Hierbei wirkten sich eine geschäftsbedingt größere Mittelbindung im Working Capital und die abgegrenzte Einmalzahlung aus der sGC-Kooperation in Höhe von 778 Mio € aus. Im Jahr 2014 wurden Ertragsteuern in Höhe von 1.835 Mio € (Vorjahr: 1.281 Mio €) bezahlt.

Zu-/Abfluss aus investiver Tätigkeit

Im Rahmen der investiven Tätigkeit flossen im Jahr 2014 insgesamt 15.539 Mio € ab. Die Ausgaben für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte stiegen um 10 % auf 2.371 Mio € (Vorjahr: 2.157 Mio €). Davon entfielen auf HealthCare 832 Mio € (Vorjahr: 809 Mio €), auf CropScience 686 Mio € (Vorjahr: 538 Mio €) und auf MaterialScience 605 Mio € (Vorjahr: 559 Mio €). Die Ausgaben für Akquisitionen in Höhe von 13.545 Mio € (Vorjahr: 1.082 Mio €) betrafen im Wesentlichen die Übernahme des Consumer-Care-Geschäfts des us-Konzerns Merck & Co., Inc. und der Algeta asa, Norwegen. Darüber hinaus flossen aus kurz- und langfristigen finanziellen Vermögenswerten 177 Mio € ab (Vorjahr: Zufluss von 301 Mio €). Aus Zins- und Dividendeneinnahmen flossen 107 Mio € (Vorjahr: 125 Mio €) zu.

Die wesentlichen, strategisch relevanten Investitionen in Sachanlagen der operativen Segmente innerhalb der vergangenen zwei Jahre sind in folgender Tabelle dargestellt:

Investitionen in Sachanlagen [Tabelle 3.16.6]
Segment Beschreibung
Investitionen 2014  
Pharma Erweiterung der XareltoTM-Produktionskapazitäten in Wuppertal und Leverkusen, Deutschland
Erweiterung der Herstellkapazitäten für neue rFaktor-VIII-Therapien in Wuppertal, Deutschland
Erweiterung von Laborkapazitäten für Forschung und Entwicklung in Wuppertal, Deutschland
Modernisierung von Forschungseinrichtungen in Berlin, Deutschland
Erweiterung der Produktionskapazitäten in Beijing, China
Erweiterung Qualitätskontrolle Biologika in Berkeley, USA
Consumer Health
CropScience Fertigstellung der Kapazitätserweiterungen für Fungizide in Deutschland und der Schweiz
Fertigstellung der Kapazitätserweiterungen für die Herbizid-Produktion in Deutschland
Aufbau von Zuchtstationen für verschiedene Pflanzenarten weltweit
MaterialScience Verdoppelung der Produktionskapazität für Polycarbonat in Shanghai, China
Verdoppelung der Produktionskapazität für das aliphatische Isocyanat HDI (Hexamethylene diisocyanate) in Shanghai, China
Fertigstellung der Kapazitätsausweitung für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) in Shanghai, China
Fertigstellung einer „world-scale“-Produktionsanlage für Toluylen-Diisocyanat (TDI) basierend auf der Technologie der Gasphasen-Phosgenierung in Dormagen, Deutschland
Investitionen 2013  
Pharma Konsolidierung von mehreren Verwaltungs- und Geschäfts-Standorten in Whippany, USA
Erweiterung der XareltoTM-Produktionskapazitäten in Wuppertal und Leverkusen, Deutschland
Erweiterung der Herstellkapazitäten für Biologika in Wuppertal, Deutschland
Consumer Health
CropScience Kapazitätserweiterungen und Prozessverbesserungen für die Fungizid-Produktion in Deutschland, der Schweiz und den USA sowie zugehörige Formulieranlagen in Frankreich
Ausbau der Produktionskapazitäten für Herbizid-Wirkstoffe in Deutschland und den USA
Aufbau von Zuchtstationen für Weizen in Europa, Nordamerika und Asien/Pazifik, für Soja in Nordamerika und Lateinamerika sowie für andere Kulturen und verbesserte Pflanzeneigenschaften
MaterialScience Verdoppelung der Produktionskapazität für Polycarbonat in Shanghai, China
Erweiterung der Produktionskapazität für Diphenylmethan-Diisocyanat (MDI) in Shanghai, China
Errichtung einer „world-scale“-Produktionsanlage für Toluylen-Diisocyanat (TDI) basierend auf der Technologie der Gasphasen-Phosgenierung in Dormagen, Deutschland
Fertigstellung einer Mehrzweckanlage für die aliphatischen Isocyanate HDI (Hexamethylene diisocyanate) und IPDI (Isophorondiisocyanat) in Leverkusen, Deutschland

Zu-/Abfluss aus Finanzierungstätigkeit

Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit verzeichneten wir im Jahr 2014 Mittelzuflüsse in Höhe von 9.736 Mio €, darunter Netto-Kreditaufnahmen in Höhe von 11.838 Mio € (Vorjahr: Netto-Kredittilgung in Höhe von 619 Mio €). Die Netto-Zinsausgaben stiegen um 7 % auf 362 Mio € (Vorjahr: 338 Mio €). Die Auszahlungen für Dividenden lagen bei 1.739 Mio € (Vorjahr: 1.574 Mio €).

Flüssige Mittel und Nettofinanzverschuldung

Nettofinanzverschuldung   [Tabelle 3.16.7]
  31.12.2013 31.12.2014
  in Mio € in Mio €
Anleihen/Schuldscheindarlehen 4.520 14.964
davon Hybridanleihen1 1.344 4.552
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.302 3.835
Leasingverbindlichkeiten 382 441
Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten 310 642
Sonstige Finanzverbindlichkeiten 1.516 1.976
Positive Marktwerte aus der Sicherung bilanzieller Risiken -504 -258
Finanzverschuldung 8.526 21.600
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente -1.662 -1.853
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte -133 -135
Nettofinanzverschuldung 6.731 19.612
1 nach IFRS Fremdkapital

Die Nettofinanzverschuldung des Bayer-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2014 im Wesentlichen durch Mittelabflüsse für Akquisitionen auf 19,6 Mrd €. Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2014 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 1,9 Mrd € (Vorjahr: 1,7 Mrd €). Am Bilanzstichtag belief sich unsere Finanzverschuldung auf 21,6 Mrd € (Vorjahr: 8,5 Mrd €). Darin enthalten sind drei nachrangige Hybridanleihen mit insgesamt 4,6 Mrd €. Bei der Beurteilung der Nettofinanzverschuldung ist zu berücksichtigen, dass die im Juli 2005 begebene Hybridanleihe im Nominalvolumen von 1,3 Mrd € von Moody’s zu 75 % und von Standard Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet wird. Die im Juli 2014 begebenen Hybridanleihen im Nominalvolumen von 1,75 Mrd € und 1,5 Mrd € werden von Moody’s und von Standard Poor’s zu 50 % als Eigenkapital bewertet. Verglichen mit klassischem Fremdkapital werden die ratingspezifischen Verschuldungskennziffern des Konzerns dadurch entlastet. Im Geschäftsjahr 2014 erhöhten sich unsere langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 5,6 Mrd € auf 18,5 Mrd €. Gleichzeitig blieben die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten mit 3,4 Mrd € unverändert.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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