Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.1 Energieeinsatz

Energie- und Materialeinsatz sowie die Höhe der Emissionen hängen wesentlich von der produzierten Verkaufsmenge ab, die Zwischenprodukte nicht mit einschließt.

Die produzierte Verkaufsmenge ist bei Bayer im Jahr 2014 um 2,7 % angestiegen. Der Gesamtenergieeinsatz im Konzern stieg ebenfalls, und zwar um 5,5 % auf 85,3 Petajoule an. Dabei unterscheiden wir zwischen dem Primärenergieeinsatz an unseren Standorten in Form von meist fossilen Energieträgern für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf und dem Sekundärenergieeinsatz, der den Zukauf von Strom, Dampf und Kälte sowie den Einsatz von Prozesswärme wiedergibt. Der Primärenergieeinsatz sank um 4,2 %, der Sekundärenergieeinsatz stieg um 19,5 %. Die Mengen an Erdgas und Erdöl als Energieträger lagen über dem Vorjahresniveau, dagegen wurden deutlich weniger Kohle, Abfall und andere Primärenergiequellen (z. B. Wasserstoff) in der Eigenerzeugung eingesetzt. Bei den Sekundärenergiequellen ist der Einsatz von Dampf erheblich angestiegen. Auch die Verbräuche von Strom und Prozesswärme lagen über dem Vorjahresniveau (siehe Tabelle 3.12.1).

Ausschlaggebend für den gestiegenen Gesamtenergieeinsatz (Primär- und Sekundärenergiequellen) sind gestiegene Produktionsaktivitäten und der daraus resultierende Anstieg der produzierten Verkaufsmenge. Diese Entwicklung konnte vor allem am Standort Baytown, usa, verfolgt werden. Wesentlichen Einfluss hatte jedoch der im Jahr 2014 erstmals in unser Umwelt-Reporting aufgenommene, energieintensive MaterialScience-Standort Maasvlakte, Niederlande. Er wurde im Jahr 2013 und rückwirkend für 2012 in den Konsolidierungskreis aufgenommen. Dieser Standort allein macht 4,8 % des Konzern-Energie­einsatzes aus. In Maasvlakte werden ausschließlich Zwischenprodukte hergestellt, die nach unserer Definition nicht als produzierte Verkaufsmenge gewertet werden. Die für deren Herstellung notwendige Energie wird jedoch voll in den Gesamtenergieeinsatz eingerechnet. Ohne diesen Sondereinfluss wäre der in den Vorjahren festgestellte Trend der Entkopplung der produzierten Verkaufsmenge vom Energieeinsatz weiterhin erkennbar.

Energieeinsatz im Bayer-Konzern     [Tabelle 3.12.1]
  2010 2011 2012 2013 2014
Primärenergieeinsatz
für die Eigenerzeugung von Strom und Dampf
(in TJ)
51.632 50.096 49.047 47.582 45.572
Erdgas 31.847 31.162 30.411 29.796 31.580
Kohle 17.801 16.776 15.954 15.094 12.611
Flüssigbrennstoffe 532 660 656 416 421
Abfall 678 515 1.005 1.282 833
Andere1 774 983 1.021 994 127
           
Sekundärenergieeinsatz
(per saldo, in TJ)
34.078 34.846 34.137 33.266 39.745
Strom2 25.229 25.475 25.849 25.560 27.177
Dampf 722 1.054 -121 -801 3.579
Dampf aus Abwärme (Prozesswärme) 8.722 9.000 9.144 9.146 9.639
Kälte -595 -683 -735 -639 -650
           
Gesamtenergieeinsatz
(in TJ)
85.710 84.942 83.184 80.848 85.317
           
Produzierte Verkaufsmenge3
(in Mio t)
10,4 11,0 11,2 11,1 11,4
           
Energieeffizienz4 (in MWh / t) 3,77 3,63 3,50 3,44 3,37
1 z. B. Wasserstoff
2 Dem Sekundärenergieeinsatz für elektrischen Strom wird der jeweilige nationale Rohstoffmix zugrunde gelegt
3 Die produzierte Verkaufsmenge umfasst alle im Geschäftsjahr verkauften Produkte, inkl. Neben- und Handelsprodukte.
4 Energieeffizienz: Quotient aus Gesamtenergieeinsatz und produzierter Verkaufsmenge, die in diesem Fall für MaterialScience die bei der Produktion anfallenden Nebenprodukte Natronlauge und Salzsäure sowie Handelsprodukte nicht berücksichtigt

Bayer nutzt die Primärenergie so effizient wie möglich und setzt in über 90 % der Eigenenergieerzeugung die Kraft-Wärme-Kopplung ein. Die erzeugte Elektrizität und Wärme werden in unseren Produktionsanlagen sowie in den Anlagen Dritter, insbesondere der Lanxess Deutschland GmbH als weiterem Anteilseigner unserer Servicegesellschaft Currenta, eingesetzt. Auch die über uns zugekaufte (Sekundär-) Energiemenge wird in Produktionsanlagen Dritter genutzt. Darüber hinaus beschaffen wir Strom am Markt, beispielsweise über Strombörsen. Der Anteil erneuerbarer Energien wird durch die Energiemixe unserer Energieversorger bestimmt. Im CDP (vormals Carbon Disclosure Project)-Bericht nehmen wir zu diesen Themen detailliert Stellung.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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