Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

8. Einkauf und Produktion

Unser Einkauf stellt die weltweite, termingerechte Versorgung mit Waren und Dienstleistungen zu den entsprechenden Marktkonditionen, in der erforderlichen Qualität und unter Einbeziehung ethischer, ökologischer und sozialer Prinzipien im Konzern sicher. Die Grundsätze unserer Einkaufspolitik sind in einer konzernübergreifenden, für alle Mitarbeiter bindenden Richtlinie definiert.

Durch unser Einkaufsvolumen üben wir in vielen Regionen einen beträchtlichen Einfluss auf Gesellschaft und Umwelt aus. Im Berichtsjahr 2014 haben wir in 147 Ländern (Vorjahr 138) für rund 20,3 Mrd € (Vorjahr: 18,7 Mrd €) bei etwa 112.000 (Vorjahr etwa 107.000) Lieferanten Waren und Dienstleistungen eingekauft und im konzernweiten Berichtssystem ausgewiesen.

Das Einkaufsvolumen in Deutschland, den usa und Japan betrug 2014 knapp 66 % der Ausgaben in den oecd-Staaten (Organisation for Economic Co-operation and Development). Dies entspricht ca. 52 % des weltweiten Einkaufsvolumens im Konzern. Brasilien, Indien und China machten etwa 70 % der Ausgaben in Nicht-oecd-Staaten und rund 14 % der Gesamtausgaben aus.

eingeschränkt geprüft

 Online-Ergänzung: 3-8-1

Einkaufsvolumen & Lieferantenanteil in OECD- und Nicht-OECD-Staaten 2014 [Tabelle 3.8.0-1]
  Einkaufsvolumen Anteil der Lieferanten
  in Mrd € in % Anzahl in %
OECD-Staaten        
Deutschland 5,2 25,4 21.687 19,4
USA 4,3 21,3 10.451 9,3
Japan 1,1 5,6 1.881 1,7
Sonstige 5,6 27,4 44.116 39,5
Gesamt 16,2 79,7 78.135 69,9
         
Nicht-OECD-Staaten        
China 1,9 9,4 3.899 3,5
Brasilien 0,5 2,5 2.481 2,2
Indien 0,5 2,4 3.781 3,4
Sonstige 1,2 6,0 23.463 21,0
Gesamt 4,1 20,3 33.624 30,1

Der direkte und produktionsbezogene Bayer-Einkauf ist dezentral in den Teilkonzernen organisiert. Indirekte und nicht produktionsrelevante Güter werden von derjenigen Organisation beschafft, die der größte Verbraucher („Major User“) innerhalb des Konzerns ist. Mit dieser konzernweiten Beschaffungsstrategie und dem Major-User-Prinzip realisieren wir Synergiepotenziale in Form von Standardisierung, Volumenbündelung und Verringerung des Verhandlungsaufwandes. Die Aktivitäten der einzelnen Einkaufsorganisationen werden über ein konzernweites Einkaufsgremium („Group Procurement Committee“) koordiniert, das an den Finanzvorstand berichtet.

Zur Minimierung von einkaufsbezogenen Risiken wie Lieferengpässen oder größeren Preisschwankungen erfolgt die Beschaffung wichtiger Einsatzstoffe und Materialien auf Basis langfristiger Lieferverträge sowie eines aktiven Lieferantenmanagements. Durch regelmäßige Überprüfung der Nachhaltigkeit und Qualität unserer Lieferanten können wir zudem sicherstellen, dass interne und externe Standards eingehalten werden. So z. B. auch beim Rohstoffeinkauf, wo Nachhaltigkeitsaspekte aufgrund gesetzlicher Standards mehr Bedeutung gewinnen, wie das Beispiel Mineralien aus Konfliktregionen zeigt.

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 Online-Ergänzung: 3-8-2

Internationale Regularien, wie beispielsweise der Dodd-Frank-Act in den usa, verpflichten Unternehmen zunehmend dazu, die Herkunft bestimmter Rohstoffe in ihren Produkten offenzulegen. Dabei handelt es sich z. B. um sogenannte Konfliktmineralien aus der Kongo-Region. Bayer hat überprüft, ob aus dieser Region über die Lieferkette Mineralien wie Zinn-, Wolfram-, Tantal-Erze sowie Gold in unsere Produkte gelangt sein könnten. Insgesamt sind rund 100 potenziell von dieser Thematik betroffene Bayer-Lieferanten identifiziert worden. Von diesen wurde 2014 mehr als ein Drittel zum Einsatz von Konfliktmaterialien befragt, darunter bereits alle identifizierten Lieferanten von CropScience und MaterialScience. HealthCare plant die Befragung in 2015 abzuschließen. Von allen bisher befragten Lieferanten haben wir eine schriftliche Bestätigung erhalten, dass sie keine potenziellen Konfliktmineralien aus der Kongo-Region beziehen.

Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement

Die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards in seiner Lieferkette ist für Bayer ein elementarer Faktor in der Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit unseren Lieferanten wollen wir durch verantwortungsvolles Handeln Risiken minimieren und stabile und langfristige Beziehungen mit unseren Geschäftspartnern schaffen. Dies ist darüber hinaus ein strategisch wichtiger Hebel, um sowohl die globale Wettbewerbsfähigkeit als auch die Versorgung mit Materialien und Dienstleistungen sicherzustellen. Daher wenden wir bei der Auswahl potenzieller und bestehender Lieferanten neben wirtschaftlichen auch Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance (esg)-Standards an. Diese sind im Bayer-Verhaltenskodex für Lieferanten definiert, der auf den Prinzipien des un Global Compact sowie unserer Menschenrechtsposition basiert. Der Kodex stellt die grundsätzliche Basis unserer Zusammenarbeit dar und ist konzernweit in die elektronischen Bestellsysteme und Verträge rechtsverbindlich integriert.

Um Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement weiterhin gezielt voranzutreiben und zu messen, haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2017 wollen wir alle unsere strategisch bedeutenden Lieferanten hinsichtlich nachhaltigkeitsrelevanter Aspekte bewerten. Des Weiteren streben wir an, bis zum Jahr 2020 auch die Lieferanten mit signifikantem Bayer-Einkaufsvolumen bewertet zu haben, die als potenziell risikobehaftet gelten. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung und Einführung eines neuen Nachhaltigkeitsstandards für unsere Zulieferer bis zum Jahr 2020, was wir gemeinschaftlich mit relevanten Industrie-Initiativen erreichen wollen. Bisher haben wir 66 % der strategisch bedeutenden Lieferanten im Konzern hinsichtlich der Nachhaltigkeitsleistung bewertet sowie 61 % der potenziell risikobehafteten Lieferanten mit signifikantem Einkaufsvolumen.

Bei der Entwicklung und Einführung neuer Nachhaltigkeitsstandards für unsere Zulieferer unterstützen uns sowohl die „Pharmaceutical Supply Chain Initiative“ (psci) als auch die von Bayer mitgegründete Initiative „Together for Sustainability“ (TfS), die sich als Association belgischen Rechts in Gründung befindet. In diesen Initiativen ist Bayer aktiv, um den vielseitigen Herausforderungen einer nachhaltigen Lieferkette erfolgreich zu begegnen und gemeinsam mit anderen Unternehmen Synergien herauszuarbeiten.

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 Online-Ergänzung: 3-8-3

Bei beiden Initiativen fokussieren wir uns daher gemeinsam mit diesen Partnern auf eine Standardisierung von Nachhaltigkeitsaspekten in den relevanten Industrien, um entsprechende Sozial-, Ethik- und Umweltpraktiken bei unseren Lieferanten zu etablieren. Wir haben bereits einheitliche Kriterien geschaffen, die die Mitgliedsunternehmen in Nachhaltigkeits-Bewertungen und -Audits berücksichtigen. Zudem ermöglicht der Austausch von Lieferanten-Bewertungen und -Audits unter den Mitgliedern den Zugang zu zusätzlichen Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferanten, die auch für Bayer tätig sind. Diese werden bei beiden Initiativen über it-Plattformen ausgetauscht.

Der TfS-Initiative gehören neben den sechs Gründungsmitgliedern inzwischen sechs neue Mitglieder an. Ende 2014 umfasste psci 18 Mitgliedsunternehmen.

Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung unserer Lieferanten

Die Überprüfung der Nachhaltigkeitsleistungen unserer Lieferanten erfolgt sowohl auf Basis von Online-Lieferanten-Bewertungen als auch über Audits bei Lieferanten vor Ort.

Die Bewertungen werden von einem Dienstleister (EcoVadis), einem führenden Anbieter einer webbasierten Plattform zur Nachhaltigkeitsbewertung, für uns durchgeführt. Sie erfolgen auf der Grundlage eines vom Lieferanten auszufüllenden webbasierten, modularen Fragebogens mit begleitenden Belegdokumenten sowie eines 360-Grad-Screenings. Die Auswahl der zu bewertenden Lieferanten erfolgt hierbei durch eine Kombination aus Länder- und Materialrisiko sowie strategischer Bedeutung entsprechend unseren Konzernzielen.

Die Audits führen wir zusammen mit externen, unabhängigen Auditoren durch. Auch hier setzt Bayer auf Synergien und nutzt den Standard der jeweiligen Industrie-Initiative, in der wir engagiert sind. In Ergänzung dazu nehmen Bayer-Auditoren Überprüfungen mit Schwerpunkt auf Gesundheit, Sicherheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit vor.

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 Online-Ergänzung: 3-8-4

Lieferanten-Bewertungen und -Audits für 2014 [Tabelle 3.8.0-2]
Nachhaltigkeits-Bewertungen1 über die EcoVadis-Plattform 692
Nachhaltigkeits-Audits2 durch externe Auditoren 44
Folge-Nachhaltigkeits-Audits durch externe Auditoren 12
HSE³/Nachhaltigkeits-Audits durch interne Auditoren 94
1 Durch Bayer initiierte plus innerhalb der TfS-Initiative geteilte Bewertungen von Lieferanten, die für Bayer tätig sind
2 Durch Bayer initiierte plus innerhalb der TfS- und PSCI-Initiative geteilte Audits von Lieferanten, die für Bayer tätig sind
3 Health, Safety, Environment (Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)

Im Berichtsjahr wurden innerhalb der TfS-Initiative insgesamt 2.605 Lieferanten-Bewertungen über EcoVadis und 93 Audits erfolgreich abgeschlossen. Das TfS-Auditprogramm wurde neben China in weiteren Ländern (u. a. Indien und Brasilien) ausgeführt. In der psci-Initiative haben 2014 die Mitgliedsfirmen sieben gemeinsame Audits in vier Ländern durchgeführt (darunter Indien, Saudi-Arabien und die usa).

Alle Bewertungs- und Auditergebnisse werden ausführlich analysiert und dokumentiert. Bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen definieren wir gemeinsam mit unseren Lieferanten Verbesserungsmaßnahmen, um die künftige Einhaltung der Sozial-, Ethik- und Umweltstandards ihrerseits sicherzustellen. Dabei wiesen im Berichtsjahr 5 % der Bewertungen ein kritisches Ergebnis auf. In jedem dieser Fälle haben wir Maßnahmen eingeleitet, die von Aktionsplänen, der Verbesserung definierter Schwachpunkte bis hin zur Reduktion des Einkaufsvolumens reichen. 2014 war Bayer nicht veranlasst, eine Lieferantenbeziehung allein aufgrund der Nachhaltigkeitsleistung zu beenden.

Interaktion und Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit

Der Einkauf von Produkten und Dienstleistungen in differenzierten Märkten und Verwendungsorten stellt eine besondere Herausforderung für unsere Einkaufsorganisation dar. Um reibungslose Produktionsabläufe sicherzustellen und verlässliche Beziehungen aufzubauen, ist der Dialog mit unseren Zulieferern sehr wichtig. Wir wollen dabei unseren Lieferanten vor allem die Grundsätze unserer Einkaufspolitik und unsere Nachhaltigkeitsanforderungen deutlich machen. Im Gegenzug möchten wir mehr über die Situation der Lieferanten erfahren, um z. B. frühzeitig Hindernisse in der Zusammenarbeit erkennen und beheben zu können. Ein wesentliches Bindeglied stellen hier unsere Einkäufer dar. Wir bieten daher sowohl unseren Einkäufern, aber auch Lieferanten vielfältige Trainings- und Austauschmöglichkeiten an.

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 Online-Ergänzung: 3-8-5

Mit Trainingsaktivitäten unterstützen wir die Einkäufer weltweit dabei, im Dialog mit unseren Lieferanten ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und mögliche Risiken zu schaffen. Die Teilnahme am Training zu Nachhaltigkeit im Lieferantenmanagement ist Bestandteil der Qualifikation für die Einkäufer im Konzern. Im Berichtsjahr 2014 setzten wir unsere konzernweite Schulung zum Nachhaltigkeitsbewertungsprozess über unsere Kollaborationsplattform EcoVadis fort. Weitere 337 Mitarbeiter wurden umfassend geschult. Darüber hinaus veranstalteten die Teilkonzerne 2014 spezifische Trainings, beispielweise für ausgewählte Einkäufer zum Thema Nachhaltigkeits-Audits oder Nachhaltigkeits-Roadshows für unterschiedliche Einkaufskategorien und lokale Einkaufsorganisationen bei HealthCare.

2014 veranstalteten wir in Leverkusen den zweiten konzernübergreifenden Bayer-Lieferantentag mit 300 Teilnehmern, darunter Vertreter von 90 strategisch wichtigen Lieferanten aus aller Welt. Dabei wurden Lieferanten für erfolgreiche Partnerschaften, u. a. in den Bereichen Nachhaltigkeit und Kontraktorensicherheit, ausgezeichnet. Zudem richteten unsere Teilkonzerne und Landesgesellschaften lokale Lieferantentage aus, wie HealthCare in der Türkei oder unsere indische Landesgesellschaft anlässlich des jährlichen BayBuy Award.

Die Weiterentwicklung von Lieferanten in punkto Nachhaltigkeit ist auch ein besonderes Anliegen der Industrie-Initiativen TfS und psci. Im Berichtsjahr fand zum ersten Mal ein gemeinsamer Lieferantentag der TfS-Mitgliedsfirmen in Shanghai, China, statt. Außerdem stellt die TfS-Initiative auf der Website Online-Trainings zur Nachhaltigkeit zur Verfügung. Auch psci bietet neben umfassenden Informationen auf der Website Informations- und Trainingsveranstaltungen an. 2014 wurden Webinare zum Thema Nachhaltigkeit in der Lieferkette angeboten sowie eine Fortbildungskonferenz für chinesische Wirkstofflieferanten in Suzhou, China, ausgerichtet.

Bekämpfung der Kinderarbeit in der Lieferkette

Zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung gehört für Bayer die Anerkennung und Wahrung der Menschenrechte sowohl im Unternehmen als auch in unserem Einflussbereich außerhalb des Unternehmens. Dazu zählt auch die Lieferkette. Unsere Position zum Thema Menschenrechte ist unmissverständlich und beinhaltet unter anderem ein striktes Verbot von Kinderarbeit. Wir verpflichten unsere Lieferanten entlang unserer Lieferkette, konsequent auf Kinderarbeit zu verzichten. Besonders in unserer Zusammenarbeit mit Lieferanten in Entwicklungs- und Schwellenländern achten wir auf die Einhaltung des Verzichts auf Kinderarbeit, die in diesen Regionen der Welt noch weitverbreitet ist.

Seit vielen Jahren engagiert sich CropScience in Indien mit seinem „Child Care Programm“ systematisch gegen Kinderarbeit in der Saatgut-Zulieferkette. Die Felder z. B. bei der Baumwoll-, Reis- und Gemüse-Saatgutproduktion werden während der Anbausaison von Bayer-Teams besucht, um das Alter der angetroffenen Arbeitskräfte festzustellen. Dabei werden die Zulieferer auch für diese Problematik sensibilisiert und die Anforderungen von Bayer deutlich gemacht. Dank dieses strikten Kontrollsystems haben wir nur noch eine sehr geringe Anzahl von Kinderarbeitsfällen bei unseren Kontraktoren feststellen können, die wir intensiv nachverfolgen. Inzwischen wurde das System auch auf die Länder in Asien ausgeweitet, in denen CropScience Saatgut produziert, wie z. B. in Bangladesch und auf den Philippinen (beide Reissaatgut).

eingeschränkt geprüft

 Online-Ergänzung: 3-8-6

Die Tabellen zeigen beispielhaft die Entwicklung in der Baumwoll- sowie der Gemüse-Saatgutproduktion anhand der Ergebnisse der Feldmonitorings.

Ergebnisse des Feldmonitorings: Produktion Baumwollsaatgut (Indien) [Tabelle 3.8.0-3]
  Anbausaison1
 

Kharif

2010/

2011

Rabi

2010/

2011

Kharif

2011/

2012

Rabi

2011/

2012

Kharif

2012/

2013

Rabi

2012/

2013

Kharif

2013/

2014

Rabi

2013/

2014

Kharif4

2014/

2015

Anbaufläche (in Acres2) 2.152 335 2.771 542 3.857 389 3.609 28 4.022
Überprüfte Anbaufläche (in Acres)3 13.856 2.276 17.427 3.564 24.161 2.433 22.579 187 24.053
Einzelheiten zu Arbeitskräften                  
Gesamtzahl der Überprüfungen 43.150 7.198 52.979 12.128 82.192 9.253 66.061 811 70.561
Nachgewiesene Fälle von Kinderarbeit 14 0 18 0 21 0 18 0 10
Überprüfungen ohne Beanstandungen 43.136 7.198 52.961 12.128 82.171 9.253 66.043 811 70.551
Fälle von Kinderarbeit pro überprüftem Acre 0,0010 0 0,0010 0 0,0009 0 0,0008 0 0,0004
Anteil Kinder an der Gesamtzahl der Arbeitskräfte 0,032% 0% 0,034% 0% 0,026% 0% 0,027% 0% 0,014%
1 Anbauzyklus Kharif: Anbau in der Regenzeit (Sommer) und Ernte im Herbst/Anbauzyklus Rabi: Anbau im Herbst und Ernte im Winter
2
1 Acre = 4.046,86 m2
3 Kumulierte Darstellung der überprüften Anbaufläche auf Basis der durchgeführten Kontrollgänge (mindestens 6 pro Anbausaison)
4 Stand 31.12.2014
Ergebnisse des Feldmonitorings: Produktion Gemüsesaatgut (Indien) [Tabelle 3.8.0-4]
  Anbausaison1
 

 

 

 

Sommer

2012

 

 

 

Regen

2012

Nach-

regen-

zeit

2012/

2013

 

 

 

Sommer

2013

 

 

 

Regen

2013

Nach-

regen-

zeit

2013/

2014

 

 

 

Sommer4

2014

 

 

 

Regen5

2014

Anbaufläche
(in Acres2)
110 2.164 649 22 1.814 634 2.482
Überprüfte Anbaufläche
(in Acres)3
467 7.590 2.849 90 6.398 2.270 8.215
Einzelheiten zu Arbeitskräften                
Gesamtzahl der Überprüfungen 1.625 58.987 26.337 302 40.724 23.272 41.118
Nachgewiesene Fälle von Kinderarbeit 0 11 9 0 6 3 1
Überprüfungen ohne Beanstandungen 1.625 58.976 26.328 302 40.718 23.269 41.117
Fälle von Kinderarbeit pro überprüftem Acre 0 0,0014 0,0032 0 0,0009 0,0013 0,0001
Anteil Kinder an der Gesamtzahl der Arbeitskräfte 0 % 0,019 % 0,034 % 0 % 0,015 % 0,013 % 0,002 %
Anbaufläche und Überprüfungszahl sind für Gemüse eine Kombination verschiedener Saatgüter. Jede Saat hat eine eigene Überprüfungsintensität. Die genannten Zahlen variieren je nach Saatgutkombination für jede Saison.
1 Sommer: Jan.-Apr.; Regen: Jun.-Okt.; Nachregenzeit (post rainy) Okt.-Feb.
2 1 Acre = 4.046,86 m2
3
Kumulierte Darstellung der überprüften Anbaufläche auf Basis der durchgeführten Kontrollgänge (mindestens 3 pro Anbausaison)
4 Keine Aussaat in der Sommersaison 2014 aufgrund von vorhandenem Saatgutvorrat aus der vorangegangenen Saison
5
Stand 31.12.2014

Zulieferer, die sich nachweislich an unser Kinderarbeitsverbot halten, bekommen von Bayer einen Bonus und Schulungen zur landwirtschaftlichen Effizienzsteigerung. Im Falle eines Verstoßes erfolgen abgestufte Sanktionsmaßnahmen, die von der schriftlichen Verwarnung bis zur Vertragskündigung im Wiederholungsfall reichen.

Einmal jährlich führt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (Indien) unangekündigte Besuche auf Farmen durch, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Den Erfolg unseres umfassenden Maßnahmenpakets messen wir mit den beiden in der Tabelle hervorgehobenen Indikatoren.

Wir betrachten die Schulbildung für Kinder als Entwicklungsgrundlage und Instrument, um die Beseitigung von Kinderarbeit voranzutreiben. Wir besuchen daher auch die Eltern aller Kinder, die wir auf den Feldern antreffen, um sie von der Wichtigkeit einer Schulbildung zu überzeugen. Unsere „Learning for Life“-Initiative umfasst als wichtige Komponente des Kinderschutz-Programms Projekte, die eine umfassende schulische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen fördern und von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen reichen. Zwischen 2005 und Ende 2014 konnten mit den unter „Learning for Life“ zusammengefassten Bildungsinitiativen mehr als 5.800 Kinder und Jugendliche erreicht werden.

Das „CropScience-Child-Care-Programm“ findet in der Öffentlichkeit breite Anerkennung und ist eine Querschnittsaufgabe von Management, den Spezialisten des Child-Care-Teams, den Mitarbeitern der Saatgut-Produktionsteams und der Unternehmenskommunikation, die einen wesentlichen Beitrag zur Schärfung des Problembewusstseins leisten.

Einkauf und Produktion Teilkonzerne

Der Einkauf wie auch die Produktion sind im Bayer-Konzern dezentral organisiert und richten sich nach den individuellen Anforderungen des jeweiligen Teilkonzerngeschäfts.

HealthCare

In einem weltweiten Produktionsnetzwerk aus eigenen Standorten und Lohnherstellern steuert die Organisationseinheit „Product Supply“ von HealthCare die gesamte Versorgungskette: vom Einkauf der Rohstoffe über die Herstellung bis hin zur Auslieferung der Produkte. Für die Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten gelten außerordentlich strenge Qualitätsanforderungen, die auf international anerkannten Standards basieren. Ihre Einhaltung bei Bayer wird in regelmäßigen Abständen von internen Fachleuten, aber auch von Aufsichtsbehörden und externen Gutachtern geprüft.

eingeschränkt geprüft

 Online-Ergänzung 3-8-BHC-1

Die Qualitätsanforderungen ergeben sich aus behördlichen Vorgaben, Genehmigungen und Zulassungen, relevanten Standards von Nichtregierungsorganisationen und Fachverbänden sowie Anforderungen aus Kundenerwartungen. Diese werden von HealthCare bewertet und in ein firmeninternes Qualitätsmanagementsystem (qm-System) übernommen. Das System ist auf Internationalen Standards der iso (z. B. iso 9001 und iso 13485) und ich („International Conference on Harmonization of Technical Requirements for Registration of Pharmaceuticals for Human Use) sowie den Regeln zur „guten Arbeitspraxis“ (GxP) bei der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln (z. B. „Good Manufacturing Practices“ (gmp), Good Distribution Practices (gdp), Good Clinical Practices (gcp)) aufgebaut. Mithilfe unseres qm-Systems implementieren und steuern wir die Qualitätsprozesse und Verantwortlichkeiten anhand festgeschriebener, dokumentierter und verbindlicher Verfahren und Methoden effektiv und transparent. Das Ziel ist, die Qualität unserer Produkte über den gesamten Lebenszyklus und die Wertschöpfungskette dauerhaft zu sichern.

Im Segment Pharma werden die Ausgangsstoffe für die Herstellung der Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der Regel von externen Lieferanten bezogen.

Die Herstellung unserer Wirkstoffe erfolgt vor allem an den Produktionsstandorten Wuppertal und Bergkamen (Deutschland) sowie Berkeley (usa). Die Wirkstoffe werden weltweit zu fertigen Arzneimitteln verarbeitet und verpackt. Dabei decken wir ein breites Spektrum verschiedener Arzneiformen ab: feste Darreichungsformen wie Tabletten, Dragees oder Pulver, halbfeste Salben und Cremes sowie flüssige Arzneimittel, z. B. zur Anwendung in Injektionen oder Infusionen. Die hormonalen Verhütungsmittel werden außer zu Dragees oder Filmtabletten z. B. auch in Intrauterin-Systemen (Spiralen) verarbeitet. Formulierung und Verpackung erfolgen u. a. in Berlin, Leverkusen und Weimar (Deutschland), Garbagnate (Italien), Peking (China), São Paulo (Brasilien) sowie in Turku (Finnland). In Berkeley (usa) wird KogenateTM, ein Medikament zur Behandlung der Bluterkrankheit, in einem biotechnologischen Verfahren produziert.

Für die Division Consumer Care des Segments Consumer Health stellen wir bestimmte Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure und Clotrimazol in La Felguera (Spanien) her. Zu den wichtigsten extern zugekauften Rohstoffen zählen Naproxen, Zitronensäure, Ascorbinsäure und weitere Vitamine sowie Paracetamol. Produktionsstätten der Division befinden sich u. a. in Myerstown (usa), Cimanggis (Indonesien), Lerma (Mexiko), Bitterfeld-Wolfen, Darmstadt und Grenzach-Wyhlen (Deutschland), Madrid (Spanien) sowie Segrate (Italien). Durch die Akquisitionen des Consumer-Care-Geschäfts von Merck & Co., Inc., und der Dihon Pharmaceutical Group Co. Ltd. erweitert sich unser Produktionsnetzwerk.

Die Diabetes-Care-Produkte (z. B. Blutzucker-Messgeräte) unserer Division Medical Care werden hauptsächlich von „Original-Equipment-Manufacturing“ (oem)-Lieferanten gefertigt. Um unsere Kunden konstant und zuverlässig beliefern zu können, halten wir strategische Reserven bestimmter Materialien und Fertigerzeugnisse vor. Die Kontrastmittel für diagnostische Bildgebungsverfahren werden vor allem in Berlin (Deutschland) hergestellt. Medizinische Geräte wie Kontrastmittelinjektoren und sterile Verbrauchsartikel werden hauptsächlich an Standorten nahe Pittsburgh (usa) produziert. Die meisten der zur Herstellung von Medizingeräten benötigten Materialien und Komponenten werden von externen Lieferanten bezogen.

Die Division Animal Health bezieht die pharmazeutischen Wirkstoffe für ihre Tierarzneimittel sowohl konzernintern als auch weltweit von externen Lieferanten. Die Herstellung unserer weltweit vermarkteten Produkte aus dem Bereich Tiergesundheit erfolgt hauptsächlich an den Standorten Kiel (Deutschland) und Shawnee (usa).

CropScience

CropScience steuert die Bereiche Einkauf und Produktion ebenfalls in einer Organisationseinheit. Dies ermöglicht eine integrierte Lieferkette vom Rohstoffeinkauf über die Produktion von Fertigerzeugnissen bis zum Warenlager und anschließend die Vermarktung über ein zwei- oder dreistufiges Vertriebssystem, entsprechend der lokalen Marktbedingungen. Dadurch wollen wir kontinuierlich unsere Kostenstruktur verbessern, eine erhöhte Flexibilität und schnellere Reaktion auf Marktschwankungen gewährleisten sowie unseren hohen Anspruch an Qualität und Sicherheit erfüllen.

Unsere wichtigsten Beschaffungsländer, und somit der Großteil unseres Einkaufsvolumens, werden zentral gesteuert. So können wir gezielt auf die Beschaffungsmärkte eingehen und unsere Kostenposition optimieren.

Die Produkte der Bereiche Crop Protection und Environmental Science werden überwiegend an eigenen Produktions- und Formulierungsstandorten hergestellt. Zu den größten Standorten gehören Dormagen, Knapsack und Frankfurt a. M. (Deutschland), Kansas City (usa) sowie Vapi (Indien). Zahlreiche dezen­trale Formulier- und Abfüllstandorte ermöglichen ein schnelles Reagieren auf die Bedürfnisse der lokalen Märkte. Dort werden die Wirkstoffe entsprechend den lokalen Anforderungen und der Anwendungsgebiete zu Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden, Saatgutbehandlungsmitteln und Environmental-Science-Produkten weiterverarbeitet, konfektioniert und verpackt.

Die Saatgutproduktion des Bereichs Seeds erfolgt kundennah in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und wird entweder in eigenen landwirtschaftlichen Betrieben oder über Vertragsanbau ausgeführt.

Wir investieren fortlaufend in unser globales Produktionsnetzwerk, um Kapazitäten für neue Produkte und Technologien sowie verbesserte Herstellungsprozesse zu schaffen. Um der fortwährend steigenden Nachfrage am Markt auf wettbewerbsfähige und zeitnahe Weise gerecht zu werden, planen wir, unsere Investitionen in Sachanlagen deutlich zu steigern. Zwischen 2013 und 2016 wollen wir rund 2,4 Mrd € in Sachanlagen investieren.

Die Herstellung unserer CropScience-Produkte erfolgt nach hohen Qualitätsstandards basierend auf der din iso 9001 Norm. 80 % der CropScience-Produktionsstandorte sind nach dieser Norm zertifiziert und die Einhaltung der Herstellprozesse wie auch der registrierten Produktspezifikationen wird regelmäßig durch externe Auditoren geprüft.

MaterialScience

Der Einkauf von MaterialScience wird zentral durch die Organisationseinheit „Procurement & Trading“ gesteuert und verwaltet, um global Synergien nutzen zu können.

MaterialScience legt sehr hohe Maßstäbe an die Qualität der verwendeten Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung zu hochwertigen Kunststoffen und Polymer-Vorprodukten. Dazu wurde ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das nach dem internationalen Standard iso 9001 zertifiziert ist. Bezogen auf den Gesamtenergieeinsatz beträgt der Zertifizierungsgrad dabei für alle berichtspflichtigen MaterialScience-Standorte weltweit über 99 %. Die Überprüfung erfolgt regelmäßig durch interne und externe Auditierung. Die Zertifizierung erfolgt neben Einkauf und Produktion auch in den überwiegenden Teilen der anderen Organisationseinheiten.

Wesentliche Grundrohstoffe unserer MaterialScience-Produkte sind petrochemische Rohstoffe wie beispielsweise Benzol, Toluol und Phenol. Der Betrieb unserer Produktionsanlagen benötigt darüber hinaus in größerem Umfang Energie, vorrangig in Form von Strom und Dampf. Um das Preisänderungsrisiko zu minimieren, setzen wir bei der Strom- und Dampferzeugung auf eine marktnahe Preisindexierung, eine Diversifikation der Brennstoffe sowie auf einen Mix von externem Einkauf und Eigenerzeugung.

Zu den wesentlichen Produktionsstandorten von MaterialScience zählen: Dormagen, Krefeld und Leverkusen (Deutschland) sowie Shanghai (China) und Baytown (usa). Diese sind für alle Business Units von MaterialScience tätig und werden zentral durch den Bereich Industrial Operations gesteuert. Weitere bedeutende Produktionsstandorte befinden sich in Antwerpen (Belgien), Brunsbüttel (Deutschland), Map Ta Phut (Thailand) sowie in Tarragona (Spanien) und werden durch die jeweilige Business Unit geführt.

Im Bereich der Commodities (Standard-Produkte mit großem Absatzvolumen) setzen wir zur Kostensenkung auf Produktionsanlagen mit einer großen Fertigungskapazität, die eine länderübergreifende Marktversorgung ermöglichen. Im Rahmen unserer differenzierten Geschäfte betreiben wir in ausgewählten Ländern eine größere Anzahl von Produktionsanlagen. In diesen Anlagen erfolgt die Abmischung und Bereitstellung von kundenindividuellen Polyurethan-Systemen („Systemhäuser“), die kundennahe Compoundierung von Polycarbonat-Granulaten und die Herstellung von Halbzeugen (Polycarbonat-Platten). Darüber hinaus gibt es regionale Produktionsstätten für funktionale Folien aus Polycarbonat und thermoplastischen Polyurethanen.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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