Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.5 Biodiversität

Die konzernweite Biodiversitäts-Position berücksichtigt Einflüsse auf die Biodiversität entlang der gesamten Wertschöpfungskette und die nachhaltige Nutzung von Rohstoffen.

Alle Teilkonzerne bekennen sich in dieser Position zur „Convention on Biological Diversity“ (Biodiversitäts-Konvention). In dieser Konvention verpflichteten sich die Industrieländer, Entwicklungsländer stärker dabei zu unterstützen, die internationalen Biodiversitätsziele umzusetzen.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.5-1

Im Rahmen der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der europäischen Union wird dem Schutz der biologischen Vielfalt auf Basis der Biodiversitäts-Konvention große Bedeutung zugewiesen. CropScience unterstützt vielfältige Aktivitäten zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft. Dabei ist die optimale Nutzung ertragreicher Flächen für die Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen wesentlich. Dies ist in Einklang zu bringen mit dem Erhalt und der Schonung der natürlichen Ressourcen, indem weniger ertragreiche Flächen in Lebensräume für Tiere und Pflanzen umgestaltet werden. Die Erfahrungen des Unternehmens zeigen, dass sich moderne Landwirtschaft und die Förderung der Biodiversität nicht ausschließen. So arbeitet Bayer seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit Landwirten und Experten aus Naturschutzverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Gemeinsam entwickeln und testen die Experten bei Bayer Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft, sammeln Daten und werten die Veränderungen der Artenvielfalt aus. Ziel ist es, die Maßnahmen sinnvoll in die betrieblichen Abläufe der Landwirte zu integrieren.

CropScience selbst hat außerdem zum Schutz und zur Förderung von Bestäuberinsekten an seinem Standort Monheim mehrere Blühstreifen vor und auf dem Werksgelände angelegt. Ferner unterstützt CropScience unter dem Motto „Blühende Wege" Kommunen in Deutschland und Österreich, ungenutzte Grasstreifen als Trachtflächen für Bienen aufzuwerten. 2014 waren es insgesamt 30 Standorte mit einer Gesamtfläche von 96.000 m2, die mit dem speziellen Saatgut „Bienenweide“ unterstützt wurden. Eine Ausweitung der Aktion ist für 2015 geplant.

Auch für HealthCare hat der Erhalt der biologischen Vielfalt hohen Stellenwert. Daher unterstützen wir als Mitglied im Verband Forschender Arzneimittelhersteller dessen Position zum un-Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Die HealthCare Policy zur biologischen Vielfalt wird an den Standorten des Teilkonzerns umgesetzt. Sie berücksichtigt u. a., dass sich HealthCare auf die chemische Synthese von Substanzen unter Anwendung moderner Technologien der medizinischen, kombinatorischen oder computergestützten Chemie konzentriert. Die Erforschung von Naturstoffen ist kein Schwerpunkt unserer Arbeit, sondern betrifft nur weniger als 5 % unserer Forschungsaktivitäten. Kommen diese bei der Erforschung neuer Arzneimittel zum Einsatz, werden sie im Vorfeld im Hinblick auf die Biodiversitäts-Konvention überprüft.

Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe spielt bei Bayer noch eine untergeordnete Rolle. Ihre Verwendung steigern wir dort, wo es unter technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.5-2

Bei HealthCare erfolgt die Synthese einiger Hormone über bestimmte Sterine bzw. Phytosterine, die als Nebenprodukt bei der Herstellung von Pflanzenölen aus Soja, Raps oder Sonnenblumen entstehen. Palmöl oder Palmkernöl kommt aufgrund seiner geringen Konzentration an Sterinen nicht zum Einsatz. Außerdem kaufen wir verschiedene Steroide ein, die aus Diosgenin hergestellt werden. Diese Substanz stammt größtenteils aus der Yamswurzel, die u. a. in China angebaut wird. Bei unseren Fermentierungsverfahren nutzen wir darüber hinaus Rohstoffe wie Wasser, Glukose, Hefe, Sojastärke, Kastor-Öl und Maisquellwasser. Für einige Consumer-Care-Produkte kommen Extrakte der „Centella asiatica“ zum Einsatz. Diese Pflanze ist in Asien weit verbreitet und gehört nicht zu den gefährdeten Arten. Große Sorgfalt legen wir auch auf den Anbau und die Ernte der Rohstoffe zur Herstellung von Arzneimitteln auf pflanzlicher Basis zur ganzheitlichen Behandlung. Sie werden gemäß den Vorgaben der gacp-Richtlinien (Gute Praxis für die Sammlung und Anbau von Arzneipflanzen) der Europäischen Arzneimittelagentur gesammelt und angebaut.

CropScience bietet auf dem europäischen Markt ein Produkt zur schonenden Unkrautbekämpfung auf Basis von Fettsäuren an, die aus Palmöl gewonnen werden. Da dessen Produktion oft mit sozialen und ökologischen Problemen verknüpft ist, hat sich Bayer dem Round Table for Sustainable Palm Oil (rspo) angeschlossen. Bayer unterstreicht mit diesem Schritt sein Bekenntnis zu verantwortungsvoller Materialbeschaffung und kauft sogenannte Green-Palm-Zertifikate, die die Produktion von nachhaltigem Palmöl unterstützen.

MaterialScience testet in Innovations- und Kooperationsprojekten die Substitution erdölbasierter Rohstoffe. So wird u. a. ein biotechnologisches Verfahren erprobt, das auf der Umwandlung von Biomasse durch Mikroorganismen beruht und Material für die Produktion von Kunststoffen liefern kann.

Eine konzernweit gültige Richtlinie zur Verfahrens- und Anlagensicherheit legt fest, dass neue Produktionsstandorte nicht in Gebieten errichtet werden dürfen, die durch gesetzliche Vorgaben der jeweiligen Länder hinsichtlich natürlicher Eigenart, biologischer Vielfalt oder anderer Aspekte geschützt sind.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.5-3

Bayer Real Estate, der Immobiliendienstleister im Bayer-Konzern, hat 2013 anhand unserer globalen Standortdatenbank („Site Register“) den derzeitig aktuellen Koordinatenabgleich zwischen unseren relevanten Produktions-Standorten und international anerkannten Schutzgebieten (asean Heritage, Barcelona Convention, unesco-mab Biosphere Reserve, Wetlands and World Heritage Convention und die Ramsar-Konvention) vorgenommen. Demnach liegen drei unserer Standorte weniger als drei Kilometer von Schutzgebieten entfernt. Dabei handelt es sich um Schorren van de Benenden Schelde (Belgien), Niedersächsisches Wattenmeer (Deutschland) und Blesbokspruit (Südafrika). Im Rahmen des Abgleichs haben wir an den wasserintensiven Standorten des Unternehmens die Wassernutzung und -einleitung überprüft, um signifikante Entnahmen oder Abwassereinleitungen zu vermeiden, die die Schutzgebiete beeinträchtigen könnten.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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