Abschluss

26. Andere Rückstellungen

Die einzelnen Rückstellungskategorien entwickelten sich im Geschäftsjahr 2014 wie folgt:

Entwicklung Andere Rückstellungen     [Tabelle 4.68]
 



Steuern



Umwelt-
schutz



Restruk-
turierung

Kunden-
und
Liefe-
ranten-

verkehr



Rechts-
streitig-
keiten




Personal




Sonstige




Summe
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
31.12.2013 1.148 250 242 1.530 934 2.325 275 6.704
Akquisitionen/
Desinvesti-
tionen
1 100 4 1 106
Zuführung 1.341 41 60 3.729 209 2.287 263 7.930
Inanspruch-
nahme
-1.557 -31 -116 -3.196 -401 -1.775 -249 -7.325
Auflösung -87 -6 -22 -468 -59 -208 -67 -917
Aufzinsung 17 49 1 67
Währungs- änderungen 24 12 9 156 87 69 6 363
31.12.2014 870 283 173 1.851 770 2.751 230 6.928

Für die im Geschäftsjahr 2014 bilanzierten Rückstellungen werden die folgenden Mittelabflüsse erwartet:

Erwartete Mittelabflüsse Andere Rückstellungen     [Tabelle 4.69]
 



Steuern



Umwelt-
schutz



Restruk-
turierung

Kunden-
und
Liefe-
ranten-

verkehr



Rechts-
streitig-
keiten




Personal




Sonstige




Summe
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
2015 393 39 124 1.768 603 1.834 151 4.912
2016 34 29 18 58 70 242 11 462
2017 1 22 12 12 37 168 252
2018 278 19 8 11 120 5 441
2019 2 6 4 2 3 67 84
2020 und später 162 168 7 57 320 63 777
Gesamt 870 283 173 1.851 770 2.751 230 6.928


Den Rückstellungen standen Erstattungsansprüche in Höhe von 124 Mio € (Vorjahr: 318 Mio €) gegenüber, die als Forderung aktiviert wurden. Sie bezogen sich im Wesentlichen auf Erstattungsansprüche aus der Produkthaftung sowie auf Ansprüche aus Umweltschutzmaßnahmen.

26.1 Steuern

Die Rückstellungen für Steuern umfassten Rückstellungen für Ertragsteuern in Höhe von 805 Mio € (Vorjahr: 1.079 Mio €) sowie Rückstellungen für sonstige Steuerarten in Höhe von 65 Mio € (Vorjahr: 69 Mio €).

Weitere Ertragsteuerverpflichtungen gemäß ias 12 (Income Taxes) bestanden zum Ende des Berichtsjahres in Höhe der bilanzierten Ertragsteuerverbindlichkeiten von 63 Mio € (Vorjahr: 101 Mio €).

26.2 Umweltschutz

Die Rückstellungen für Umweltschutz betrafen im Wesentlichen die Sanierung von kontaminierten Standorten, die Nachrüstung von Deponien sowie Rekultivierungs- und Wasserschutzmaßnahmen.

26.3 Restrukturierungen

Von den Rückstellungen für Restrukturierungen entfielen 126 Mio € (Vorjahr: 189 Mio €) auf Abfindungen und 47 Mio € (Vorjahr: 53 Mio €) auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen, die sich im Wesentlichen aus sonstigen mit der Aufgabe von Produktionseinrichtungen verbundenen Kosten zusammensetzten.

Bei HealthCare bildete die weitere Umsetzung der im Vorjahr begonnenen Restrukturierung im Bereich Medical Care (Berichtssegment Consumer Health) einen Schwerpunkt, wobei die hierfür gebildeten Rückstellungen in Anspruch genommen wurden. Weiterhin wurden Rückstellungen für die Integration neu erworbener Geschäfte gebildet. Für die genannten und weitere Maßnahmen bestanden zum 31. Dezember 2014 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 71 Mio €. Davon entfielen 62 Mio € auf Abfindungen und 9 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Bei CropScience wurden in den usa die im Jahr 2011 begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen, bei denen mehrere Produktionsanlagen für die Herstellung von Carbamaten sowie ein Formulierungsstandort geschlossen wurden, unter Inanspruchnahme der hierfür gebildeten Rückstellungen weiter umgesetzt. Die Restrukturierungsrückstellungen für die genannten und weitere Maßnahmen betrugen zum 31. Dezember 2014 70 Mio € . Davon entfielen 35 Mio € auf Abfindungen und 35 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Die Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen bei MaterialScience betrafen im Wesentlichen die Konsolidierung von Produktionsstätten im Bereich Polycarbonates, die auch die Standortschließung in Darmstadt beinhaltete. Die Restrukturierungsrückstellungen betrugen zum 31. Dezember 2014 18 Mio €. Davon entfielen 17 Mio € auf Abfindungen und 1 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen.

Weiterhin wurden konzernweit Restrukturierungsmaßnahmen zur Einführung von Länder-Plattformen sowie weitere Effizienzsteigerungsmaßnahmen durchgeführt, um eine stärkere Bündelung von Zentralfunktionen zu erreichen. Die Restrukturierungsrückstellungen hierfür betrugen zum 31. Dezember 2014 14 Mio €, von denen 12 Mio € auf Abfindungen und 2 Mio € auf sonstige Restrukturierungsaufwendungen entfielen.

26.4 Kunden- und Lieferantenverkehr

Die Rückstellungen für Kunden- und Lieferantenverkehr umfassten Rückstellungen für Rabatte, Skonti und andere Verkaufspreisanpassungen, Produktrücknahmen, ausstehende Eingangsrechnungen sowie drohende Verluste bzw. belastende Verträge.

26.5 Rechtsstreitigkeiten

Die aus heutiger Sicht wesentlichen Rechtsrisiken und deren Entwicklung werden in Anhangangabe [32] dargestellt.

26.6 Personal

Mit den Personalrückstellungen wird bilanzielle Vorsorge vor allem für variable Einmalzahlungen im Rahmen von Short-Term-Incentive-Programmen getroffen sowie für Überschüsse auf Langzeitkonten, Zahlungen aufgrund von Mitarbeiterjubiläen, Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitvereinbarungen und sonstige Personalkosten. Ferner sind hier die Verpflichtungen aus aktienbasierter Entlohnung ausgewiesen. Abfindungsleistungen aus Restrukturierungen sind unter Rückstellungen für Restrukturierungen ausgewiesen.

Aktienprogramme

Die Aktienprogramme des Bayer-Konzerns sind nach Mitarbeitergruppen differenzierte Kollektivzusagen. Grundsätzlich werden – wie für Vergütungssysteme mit Barausgleich gemäß ifrs 2 (Share-based Payment) vorgesehen – alle Verpflichtungen, die aus den aktienbasierten Programmen hervorgehen, durch Rückstellungen berücksichtigt, deren Höhe zum Bilanzstichtag dem beizulegenden Zeitwert der erdienten Anteile der jeweiligen Zusagen an die Mitarbeitergruppen entspricht. Alle daraus resultierenden Wertänderungen werden aufwandswirksam erfasst.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der für die jeweiligen Programme gebildeten Rückstellungen:

Entwicklung Rückstellungen für aktienbasierte Programme[Tabelle 4.70]
 
Aktien-
Incentive-
programm
Aktien-
Beteili-
gungs-
programm
Aspire I
vier-
jähriges
Programm
Aspire II
vier-
jähriges
Programm



Summe
  in Mio € in Mio € in Mio € in Mio € in Mio €
31.12.2013 0 5 134 230 369
Zuführung 1 80 182 263
Inanspruchnahme -5 -49 -83 -137
Auflösung -26 -40 -66
Währungsänderungen -1 3 22 24
31.12.2014 0 0 142 311 453

Der Wert der Aspire-Programme, die zum Jahresende 2014 vollständig erdient waren und zu Beginn des Jahres 2015 zur Auszahlung kamen, betrug 151 Mio € (Vorjahr: 136 Mio €).

Der Gesamtperiodenaufwand für alle aktienorientierten Vergütungsprogramme betrug 278 Mio € (Vorjahr: 275 Mio €), davon entfielen 5 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €) auf das BayShare-Aktien-Beteiligungsprogramm und 10 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) auf gewährte virtuelle Bayer-Aktien, die einen Bestandteil der langfristigen Vergütung bilden.

Die Höhe des beizulegenden Zeitwerts der Verpflichtungen aus den aktienbasierten Programmen wurde auf der Grundlage einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt, die auf folgenden wesentlichen Parametern basierte:

Parameter Monte-Carlo-Simulation[Tabelle 4.71]
 20132014
Dividendenrendite2,14 %1,89 %
Risikoloser Zinssatz vierjähriges Programm0,644 %-0,079 %
Volatilität Bayer-Aktie27,06 %23,39 %
Volatilität EURO STOXX 5022,54 %18,11 %
Korrelation zwischen dem Bayer-Aktienkurs und dem EURO STOXX 500,770,76

Langfristiges Vergütungsprogramm für Mitglieder der Vorstandes sowie für die obere Führungsebene (Aspire I)

Mitglieder des Vorstands und Mitarbeiter der oberen Führungsebene sind seit dem Jahr 2005 zur Teilnahme an Aspire i berechtigt, soweit sie nach vorgegebenen Richtlinien eine individuell festgelegte Anzahl an Bayer-Aktien erwerben und dieses Eigeninvestment über die Programmlaufzeit halten. Bemessungsbasis für Aspire i ist ein individueller, positionsabhängiger Prozentwert vom jährlichen Grundgehalt (Aspire-Zielbetrag). In Abhängigkeit von der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie sowie von der relativen Performance im Vergleich zum Aktienindex euro stoxx 50, jeweils bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode, wird nach Ablauf des Programms an die Teilnehmer ein Betrag von maximal 300 % des Aspire-Zielbetrags ausgezahlt. Die im Jahr 2010 ausgegebene vierjährige Tranche endete mit Ablauf des Jahres 2013 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (300 %) ausgezahlt.

Langfristiges Vergütungsprogramm für das mittlere Management (Aspire II)

Für die übrigen Führungskräfte und für das mittlere Management wird seit dem Jahr 2005 Aspire ii angeboten. Das Programm wurde 2012 auf weitere leitende Angestellte ausgedehnt. Es entspricht in seinen Grundzügen Aspire i. Im Gegensatz zu diesem ist ein Eigeninvestment in Bayer-Aktien allerdings nicht erforderlich. Zudem wird die Performance ausschließlich an der absoluten Kursentwicklung der Bayer-Aktie gemessen, bezogen auf eine vierjährige Performance-Periode. Der maximal erreichbare Ertrag ist auf 250 % des Aspire-Zielbetrags begrenzt. Die im Jahr 2010 ausgegebene vierjährige Tranche endete mit Ablauf des Jahres 2013 und wurde zu Beginn des Geschäftsjahres in maximaler Höhe (250 %) ausgezahlt.

BayShare 2014

Allen Managementebenen und Tarifmitarbeitern wurde unter dem Namen „BayShare“ ein Aktien-Beteiligungsprogramm angeboten, bei dem Bayer einen Zuschuss zu einem Eigeninvestment in Bayer-Aktien gewährt. Die Höhe des Zuschusses, der jährlich neu festgelegt wird, belief sich auf 20 % (Vorjahr: 20 %) des Zeichnungsbetrags. Die Mitarbeiter gaben einen festen Betrag an, für den sie Aktien zeichnen wollten. Je nach Position des Mitarbeiters war der Gesamtbetrag für den Aktienerwerb in Deutschland auf 2.500  (Vorjahr: 2.500 ) bzw. 5.000  (Vorjahr: 5.000 ) begrenzt. Die erworbenen Aktien unterliegen einer Veräußerungssperre, die jeweils am 31. Dezember des Jahres endet, das dem Jahr des Aktienerwerbs folgt. Diese ist unabhängig vom Verbleib des Mitarbeiters im Konzern.

Im Jahr 2014 wurden im Rahmen des BayShare-Programms insgesamt rund 225.000 Aktien (Vorjahr: 242.600 Aktien) durch die Mitarbeiter erworben.

Aktienprogramme des Jahres 2004

Die im Jahr 2004 aufgelegten Aktienprogramme basieren auf ähnlichen Grundstrukturen für die jeweilige Mitarbeitergruppe. Veränderungen der entsprechenden Verpflichtungen werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert im Abschluss berücksichtigt. Der Anspruch auf Ausschüttungen aus diesen Programmen ist an die Bedingung geknüpft, dass die Bayer-Aktien über die Programmlaufzeit gehalten werden. Die Tranchen aus dem Jahr 2004 liefen im Geschäftsjahr 2014 aus.

Aktien-Incentiveprogramm

Für das mittlere Management wurde bis 2004 ein Aktien-Incentiveprogramm begeben. Die Teilnehmer erhalten zu definierten Zeitpunkten während der jeweils zehnjährigen Programmlaufzeit den Gegenwert einer bestimmten Anzahl von Bayer-Aktien. Für je zehn Aktien, die die Mitarbeiter als Eigeninvestment in das Programm eingebracht haben, sind dies nach zwei Jahren zwei Aktien, nach sechs bzw. zehn Jahren jeweils vier weitere Aktien. Die Bedingung für die Incentivierung ist, dass die Programmteilnehmer die eingebrachten Aktien zum betreffenden Incentivierungszeitpunkt in einem hierfür eingerichteten Mitarbeiter-Depot halten und der seit Programmauflegung erzielte prozentuale Kursanstieg der Bayer-Aktie über dem des Aktienindex euro stoxx 50 liegt. Die durch die Mitarbeiter eingebrachten Aktien können während der Programmlaufzeit verkauft werden, wobei die verkauften Aktien vom folgenden Incentivierungstermin an nicht mehr incentivierungsberechtigt sind. Die Zahl der Aktien, die vom einzelnen Mitarbeiter in das Programm eingebracht werden konnten, war wertmäßig auf die Hälfte seiner leistungsabhängigen Bonuszahlung für das jeweilige vorangegangene Geschäftsjahr begrenzt.

Aktien-Beteiligungsprogramm

Das bis einschließlich 2004 geltende Aktien-Beteiligungsprogramm für die weiteren Mitarbeitergruppen entspricht in seiner Struktur dem Aktien-Incentiveprogramm, wobei sich die Incentivierung ausschließlich an der Haltedauer der als Eigeninvestment der Mitarbeiter in das Programm eingebrachten Bayer-Aktien orientiert. Die Incentivierungsleistung ist gegenüber dem Aktien-Incentiveprogramm halbiert. Nach zwei Jahren Haltedauer wird je zehn Aktien Eigeninvestment der Gegenwert einer Bayer-Aktie gewährt, nach sechs bzw. zehn Jahren der Gegenwert jeweils zwei weiterer Aktien.

26.7 Sonstige

Die sonstigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für sonstige Verbindlichkeiten, Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen, Entsorgungsverpflichtungen – sofern nicht als Rückstellung für Umweltschutz erfasst – sowie Rückstellungen für Gewährleistungen.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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