eingeschränkt geprüft
 
Aktie

Bayer am Kapitalmarkt

  • Rendite der Bayer-Aktie im Jahr 2014 bei ca. 13 Prozent, deutlich über Gesamtmarkt
  • Für das Geschäftsjahr 2014 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat eine Erhöhung der Dividende auf 2,25 Euro pro Aktie vor
Performance-Entwicklung der Bayer-Aktie 2014

Das Börsenjahr 2014      

Aktienmärkte erreichen Plus nach volatilem Verlauf

Das Börsenjahr 2014 war von Zuwächsen und zeitweilig großen Schwankungen geprägt. Aufkeimende Konjunktursorgen in Europa belasteten die Stimmung, ebenso die Ukraine-Krise mit den damit verbundenen Sanktionen sowie Konfliktherde im Nahen Osten. Niedrige Kapitalmarktzinsen und die wieder anziehende us-Wirtschaft sorgten dagegen für Optimismus. Der DAX überschritt in der ersten Jahreshälfte mehrmals die Marke von 10.000 Punkten und fiel bis Mitte Oktober auf unter 8.600 Punkte. Zum Jahresende stieg der DAX kräftig und erreichte Anfang Dezember den Jahreshöchststand bei 10.087 Punkten. Am Ende schloss er mit einem Jahresgewinn von 2,7 Prozent bei ca. 9.800 Punkten.

Der europäische Aktienindex euro stoxx 50 (Performance Index) gewann vier Prozent und schloss bei 5.851 Punkten. Die Aktienkurse in den usa und Japan entwickelten sich ebenfalls positiv. Der s&p 500 Kursindex stieg um 11,4 Prozent und der Nikkei 225 Kursindex legte um 7,1 Prozent zu.

Bayer-Rendite deutlich über Gesamtmarkt

Unter Einbeziehung der Ende April gezahlten Dividende von 2,10 Euro pro Anteilsschein betrug die Rendite der Bayer-Aktie im vergangenen Jahr 13,2 Prozent. Sie erreichte damit eine deutlich bessere Performance als die vergleichbaren Indizes. Besonders erfreulich war der Kursverlauf der Bayer-Aktie im zweiten Halbjahr. Zum Jahresschluss notierte der Bayer-Aktienkurs bei 113,00 Euro nach einem Ende November und Anfang Dezember erreichten Jahreshoch und gleichzeitig historischen Höchstkurs von 120,95 Euro.

Der euro stoxx Health Care Index (Performance Index) stieg im vergangenen Jahr um acht Prozent und der euro stoxx Chemicals Index (Performance Index) um drei Prozent.

Von den etwa 30 Finanzanalysten, die unser Unternehmen regelmäßig bewerten, sprachen Ende vergangenen Jahres über 95 Prozent eine Kauf- bzw. Halteempfehlung für unsere Aktie aus.

Kennzahlen zur Bayer-Aktie     [Tabelle 2.1]
    2013 2014
Konzernergebnis je Aktie in € 3,86 4,14
Bereinigtes Konzernergebnis je Aktie1 in € 5,61 6,02
Brutto-Cashflow je Aktie in € 7,05 8,25
Eigenkapital je Aktie in € 25,16 24,45
Dividende je Aktie in € 2,10 2,25
       
Börsenkurs zum Jahresende2 in € 101,95 113,00
Höchstkurs2 in € 103,05 120,95
Tiefstkurs2 in € 69,01 91,51
       
Ausschüttungssumme in Mio € 1.737 1.861
Anzahl dividendenberechtigter Aktien (31.12.) in Mio Stück 826,95 826,95
Marktkapitalisierung (31.12.) in Mrd € 84,3 93,4
Durchschnittliche tägliche Umsätze in Mio Stück 2,1 2,1
       
Kurs-Gewinn-Verhältnis2   26,4 27,3
Bereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis2   18,2 18,8
Kurs-Cashflow-Verhältnis2   14,5 13,7
Dividendenrendite in % 2,1 2,0
       
1 Zur Berechnung des bereinigten Ergebnisses je Aktie siehe Zusammengefasster Lagebericht, Kapitel 16.3.
2 XETRA-Schlusskurse; Quelle: Bloomberg.

Günstiges Finanzierungsumfeld erleichtert Bayer umfangreiche Anleiheemissionen

Der Markt für Unternehmensanleihen war 2014 von signifikanten Emissionsvolumina und historisch niedrigen Zinscoupons geprägt. Die Investorennachfrage für Unternehmensanleihen blieb auf konstant hohem Niveau. Das Angebot wurde wesentlich durch zunehmende Mergers-&-Acquisitions-Aktivitäten seitens der Unternehmen getrieben. Investoren setzten sowohl auf kurze als auch auf mittlere Laufzeiten, je nach Erwartung an die Zinsentwicklung. Gleichzeitig blieb über weite Teile des Jahres die Nachfrage nach nachrangigen Anleihen stark, da hier noch zusätzliche Rendite erzielbar war.

Die Kreditkostenentwicklung lässt sich anhand von Credit Default Swaps (cds) veranschaulichen (siehe Grafik 2.2). cds sind handelbare Kreditversicherungen gegen Zahlungsausfälle eines Emittenten. Am Derivatemarkt zeigt die Höhe des cds eine Einschätzung der Kreditwürdigkeit eines Unternehmens seitens der Marktteilnehmer. Wie in der genannten Grafik ersichtlich, war das Jahr 2014 von geringer Volatilität auf niedrigem Niveau geprägt. Aus Gesamtkostenbetrachtung sanken die Refinanzierungskosten für die Unternehmen gegenüber 2013 noch weiter, da sich neben den eher stabilen Kreditkostenaufschlägen im Jahresverlauf das risikolose Basiszinsniveau deutlich reduzierte.

Bayer nutzte das attraktive Umfeld zur strategischen Refinanzierung und emittierte im Jahresverlauf mehrere emtn-Anleihen für insgesamt 3,0 Milliarden Euro, zwei Hybridanleihen in Höhe von insgesamt 3,25 Milliarden Euro und – erstmals seit 1998 wieder – 144A/RegS-Anleihen in us-Dollar für insgesamt 7,0 Milliarden usd. Im Einzelnen verteilten sich die Emissionen auf elf Tranchen mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren, bzw. 60 und 61 Jahre bei den Hybridanleihen. Der überwiegende Teil wurde mit fixen Zinscoupons begeben, einige der kürzeren Tranchen haben variable Coupons, die auf den 3-Monats-euribor bzw. 3-Monats-usdlibor referenzieren. Des Weiteren lief im vergangenen Jahr eine Anleihe über 1,3 Milliarden Euro aus 2009 aus und wurde zurückgezahlt. Weitere Details zu allen ausstehenden Anleihetranchen finden sich im Konzernabschluss (siehe Anhangangabe [27]).

Entwicklung der Credit Default Swaps (CDS) 2014

Langfristige Rendite der Bayer-Aktie signifikant über Marktentwicklung             

Ein langfristig orientierter Anleger, der zum Beispiel vor fünf Jahren 10.000 Euro in Bayer-Aktien investierte und die Dividenden reinvestierte, verfügte am 31. Dezember 2014 über ein Vermögen von 22.991 Euro. Dies entsprach einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 18,1 Prozent, die im vergleichbaren Zeitraum deutlich über der des DAX und des euro stoxx 50 (Performance Index) lag. Auch im 3-Jahreszeitraum und auf Jahressicht lag die Rendite der Bayer-Aktie über der der genannten Indizes.

Langfristrenditen der Bayer-Aktie p.  a. in % (Dividenden-Reinvestment)   [Tabelle 2.2]
Rendite p. a. 1 Jahr
2014
3 Jahre
2012–2014
5 Jahre
2010–2014
  in % in % in %
Bayer 13,2 35,1 18,1
DAX 2,7 18,5 10,5
EURO STOXX 50 4 13,4 4,5

Dividende auf 2,25 Euro pro Aktie erhöht                       

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende um 0,15 Euro auf 2,25 Euro vor. Damit wollen wir auch in diesem Jahr unsere Aktionäre an der positiven Geschäftsentwicklung des vergangenen Geschäftsjahres teilhaben lassen. Bezogen auf das bereinigte Ergebnis pro Aktie (Core eps, vgl. Zusammengefasster Lagebericht, Kapitel 16.3) entspricht dies einer Ausschüttungsquote von 37,4 Prozent. Dies liegt im Rahmen unserer Dividendenpolitik, eine Auszahlung von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Ergebnisses pro Aktie anzustreben.

Auf Basis des Jahresschlusskurses von 2014 (113,00 Euro) beträgt die Dividendenrendite 2,0 Prozent. Die Ausschüttungssumme beträgt 1.861 Millionen Euro.

Dividende pro Aktie und Ausschüttungssumme

Nachhaltiges Investment

Bayer qualifizierte sich 2014 erneut für die Aufnahme in die folgenden, wichtigen Nachhaltigkeitsindizes, die Unternehmen anhand von ökonomischen, ökologischen und sozialen Kriterien (esg-Kriterien) bewerten: den DOW Jones Sustainability World, den ftse4Good Europe und ftse4Good Global, den msci Low Carbon Target Index, den nyse Euronext Low Carbon 100 Europe, den stoxx® Global esg Leaders, den Access to Medicine Index (kein handelbarer Index) und den cdp Climate Performance Leadership Index (kein handelbarer Index).

Wir haben großes Interesse an einer transparenten und nachvollziehbaren Bewertung unserer Nachhaltigkeitsleistungen. Um die Effizienz der damit verbundenen Arbeitsprozesse zu steigern, unterstützen wir aktiv Initiativen zur Harmonisierung von Nachhaltigkeitsratings, z. B. die „Global Initiative for Sustainability Ratings“ (gisr). Im Geschäftsjahr 2014 haben wir den Dialog mit aktuellen und potenziellen nachhaltigkeitsorientierten Investoren fortgesetzt, u. a. in Form von speziellen Telefonkonferenzen.

Internationale Aktionärsstruktur

Eine im vierten Quartal vergangenen Jahres vorgenommene Analyse unserer Aktionärsstruktur zeigt die internationale Verteilung unseres Grundkapitals. Den größten Anteil unserer ausstehenden Aktien mit nahezu 30 Prozent halten Investoren aus den USA und Kanada, gefolgt von Deutschland mit knapp 20 Prozent. Bayer verfügt über eine stabile Aktionärsstruktur, die sich in den vergangenen Jahren nur geringfügig geändert hat.

Aktionärsstruktur nach Ländern

Ende 2014 waren ca. 260.000 Aktionäre in unserem Aktienregister eingetragen. Gemäß Definition der Deutschen Börse befinden sich unsere Aktien zu 100 Prozent im Streubesitz.

Anerkennung für ausgezeichnete Kapitalmarktkommunikation

Die Investor-Relations-Aktivitäten der Bayer AG standen 2014 im Zeichen transformatorischer und strategischer Entscheidungen. Vorgenommene und angekündigte Portfolioveränderungen standen im Mittelpunkt des Anlegerinteresses, wie u. a. die Entscheidung zum geplanten Börsengang von MaterialScience sowie die Übernahmen von Algeta, asa (Norwegen) und des Consumer-Care-Geschäftes von Merck & Co., Inc., (usa).

Erneut boten unsere „Meet Management“-Konferenzen in Leverkusen, New York und London unseren Investoren und Analysten die Gelegenheit zum direkten Dialog mit unserem Topmanagement. Wir besuchten 18 Broker-Konferenzen und führten 30 Roadshows durch. Insgesamt waren wir im vergangenen Jahr in 22 Finanzzentren präsent. Unsere Privatanleger hatten – wie in den Vorjahren – die Möglichkeit, unser Unternehmen auf diversen von Investor Relations begleiteten Aktionärsforen kennenzulernen.

Unsere ir-Arbeit wurde im Jahr 2014 mehrfach ausgezeichnet. So belegte Bayer bei der Thomson Reuters Extel Survey 2014 dreimal den ersten Platz in der Chemiebranche: Für den besten cfo, den besten ir-Professional und die beste ir-Arbeit der Branche. Darüber hinaus erreichten wir den dritten Platz im dax-30 basierend auf einer Studie des Deutschen Investor Relations Verbands (dirk) und des Magazins „Wirtschaftswoche“.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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