Lagebericht & Ergänzungen | Grundlagen des Konzerns

12.4 Abfall und Recycling

Durch systematisches Abfallmanagement werden Materialverbräuche und Entsorgungsmengen möglichst gering gehalten. Dazu dienen nach Abfallarten getrennte, sichere Entsorgungswege und ökonomisch sinnvolle Recyclingverfahren. Einfluss auf die Abfallmengen und Verwertungswege haben außerdem Produktionsschwankungen und Sanierungsarbeiten an Gebäuden und auf Betriebsgeländen.

Im Jahr 2014 blieb die Gesamtmenge des erzeugten Abfalls ungefähr auf dem Vorjahresniveau.

Erzeugter1 Abfall         [Tabelle 3.12.8]
  2010 2011 2012 2013 2014
Gesamtabfallerzeugung (in 1.000 t/a) 807 958 1.014 899 896
Erzeugung gefährlichen Abfalls2 354 474 603 467 487
Davon gefährlicher Abfall aus der Produktion 325 354 397 417 442
Spezifische Menge gefährlicher Produktionsabfälle (in %) 3,12 3,23 3,54 3,77 3,89
1 Nur von Bayer erzeugter Abfall2 Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Die Zunahme der erzeugten gefährlichen Abfälle insbesondere an den deutschen Standorten Dormagen, Frankfurt und Leverkusen beruht im Wesentlichen auf einer Steigerung des Produktionsvolumens.

Die Menge der entsorgten Abfälle ist um 1,9 % gesunken. An den HealthCare-Standorten Bergkamen und Kiel, beide Deutschland, wurde aufgrund beendeter Baumaßnahmen weniger Abfall entsorgt als im Vorjahr. Am CropScience-Standort Institute, usa, ging die Menge der entsorgten Abfälle aufgrund des stufenweisen Rückbaus auch im Berichtsjahr nochmals deutlich zurück.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.4-1

Abfall nach Entsorgungsart       [Tabelle 3.12.8-1]
  2010 2011 2012 2013 2014
Gesamtmenge entsorgten Abfalls1
(in 1.000 t/a)
809 966 1.021 915 898
Davon zur Deponie
(in %)
32 38 36 32 28
Davon zur Verbrennung
(in %)
36 33 33 38 40
Davon zur Verwertung
(in %)
31 28 29 27 29
Andere2 1 1 2 2 3
1 Bayer dient an verschiedenen Standorten als zertifizierter Abfallentsorgungsbetrieb und entsorgt dort zusätzlich zu seinen Abfällen auch die Abfälle dritter Firmen, die nicht zu Bayer gehören. Deshalb ist die Menge der entsorgten Abfälle leicht unterschiedlich zu den Abfällen, die von Bayer produziert worden sind.
2 z.B. Abgabe an Dritte (Provider/Entsorgungsdienstleister)
Erzeugter gefährlicher Abfall1 nach Entsorgungsart   [Tabelle 3.12.8-2]
  in 1.000 t/a
  2010 2011 2012 2013 2014
Gesamtmenge erzeugten gefährlichen Abfalls2 354 474 603 467 487
Davon zur Deponie 56 122 175 53 65
Davon zur Verbrennung/Verwertung 298 352 428 414 422
1 Nur von Bayer erzeugter Abfall
2 Definition von gefährlichem Abfall entsprechend der jeweiligen lokalen Gesetzgebung

Recycling

Die Wiederverwendung und Aufbereitung unserer Materialien unterliegt neben ökonomischen und ökologischen Kriterien auch der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen. Insbesondere im Arzneimittel- und Pflanzenschutzbereich bestehen dadurch Beschränkungen. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens entwickeln wir in allen Unternehmensbereichen Möglichkeiten für die Wiederverwertung.

Im Berichtsjahr lag die Menge rezyklierter Abfälle bei 260.519 t. Der Anteil der rezyklierten Abfälle an den insgesamt entsorgten Abfällen stieg damit um zwei Prozentpunkte auf 29 %. Diese resultierten aus der Wiederverwertung von Schlackengranulaten als Baumaterial am Standort Krefeld-Uerdingen, Deutschland. Beispiele für Recyclingmaßnahmen belegen das Engagement von Bayer.

eingeschränkt geprüft

Online-Ergänzung: 3-12.4-2

HealthCare bindet am Standort Bergkamen, Deutschland, das bei der Verbrennung von Abfällen aus der Röntgenkontrastmittelproduktion freigesetzte Iod und arbeitet es zu einer Iodid-Lösung auf, die vermarktet wird. Mit diesem Verfahren konnten im Jahr 2014 rund 281 t Iod wiedergewonnen und verwertet werden.

Der Consumer-Care-Standort Myerstown, usa, arbeitet kontinuierlich an der Erreichung einer ressourceneffizienten Produktion. So wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 73,5 % der Produktionsabfälle (mehr als 2.500 t) dem Recyclingprozess zugeführt.

CropScience fördert die Erstellung von Richtlinien zur Rücknahme von Pflanzenschutzmittelverpackungen in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Industrieverbänden. Der Teilkonzern setzt sich außerdem global für den Aufbau effizienter Rücknahmesysteme zusammen mit assoziierten Rücknahmeorganisationen ein. Der internationale Industrieverband der Pflanzenschutzindustrie (Crop Life International) hat weltweit 35 Rücknahmesysteme für leere Pflanzenschutzmittelcontainer etabliert. In Deutschland wurden im Rahmen des pamira-Systems zur sicheren und umweltgerechten Entsorgung von Pflanzenschutz- und Flüssigdüngerverpackungen im Berichtsjahr ca. 3.000 t Verpackungen angenommen und einer kontrollierten, umweltgerechten und weitestgehend werkstofflichen Verwertung zugeführt.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von MaterialScience schließt auch die End-of-life-Produktphase ein. Die Umsetzung erfolgt in der Produkt- und Altanlagenverwertung, der Produktion und im gezielten Engagement in Initiativen.

So unterstützt der Teilkonzern die Verwertung seiner Kunststoff-Produkte und daraus gefertigter Artikel. Auch in der eigenen Produktion verwendet MaterialScience Recycling-Material, das aus Kunststoff-Abfällen gewonnen wird. Solche hochwertigen Sekundärrohstoffe werden zur Herstellung bestimmter Typen technischer Thermoplaste eingesetzt, wie zum Beispiel eine flammgeschützte Kunststoff-Mischung für Gehäuse von Fernsehgeräten, die mit 30 % Rezyklat aus alten pet-Wasserflaschen produziert wird.

Der Bereich Global Sideline Business (Nebengeschäfte) bei MaterialScience hat auch 2014 nicht mehr zum Einsatz kommende Anlagen und Werkzeuge am Markt veräußert und damit in den Kreislauf zurückgeführt. Im Berichtsjahr wurden weltweit ca. 135 Sachanlagen an Dritte verkauft. Des Weiteren wurden alleine in Deutschland rund 2.600 t Metallschrotte aus den Betrieben in den Kreislauf zurückgeführt. Auch an den anderen MaterialScience-Standorten werden Metallschrotte wieder in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt.

Der Teilkonzern befasst sich mit dem Thema Recycling außerdem intensiv durch Mitarbeit in Gremien von Verbänden wie PlasticsEurope und entlang der gesamten Wertschöpfungskette als Gesellschafter der bkv GmbH, der Kompetenzplattform für Kunststoff-Verwertung der deutschen Industrie.

MaterialScience unterstützt auch weiter die PlasticsEurope-Initiative „Zero Pellet Loss“ mit dem Ziel, Maßnahmen zu entwickeln, um den Verlust von Kunststoffgranulat auf dem Weg von der Produktion bis zum fertigen Artikel zu vermeiden. Nach dem erfolgreichen Start von zwei Pilotprojekten in deutschen Produktionsbereichen wurde die Initiative global ausgerollt und auf Logistikprozesse übertragen.

Das von Currenta entwickelte Verfahren zur thermischen Behandlung von Verbundwerkstoffen wird erfolgreich für ein effizientes Recycling von Lithiumionen-Batterien eingesetzt. 2014 wurden nahezu 1.500 t Batterien im Drehrohr behandelt. Alle brennbaren Inhaltstoffe werden zerstört und die freiwerdende Wärme zur Dampferzeugung genutzt. Übrig bleiben die Wertmetalle, die zum Recycling abgegeben werden.

Mit einem neuen Verfahren zum Recycling von Polymer-Rückständen aus der Kunststoffproduktion im Chempark Krefeld-Uerdingen verringert Currenta die Abfallmengen in einem Betrieb um 30 % und reduziert damit gleichzeitig auch die Menge an Ausgangsstoffen, da rezyklierte Stoffe wieder in der Produktion eingesetzt werden können. Durch weitere, klassische Recyclingmaßnahmen konnte Currenta im Jahr 2014 rund 53.000 t Baustoffe, rea-Gips und Schlacken, 27.800 t Metalle sowie 14.200 t Chemikalien wie Schwefelsäure oder Lösemittel in den Stoffkreislauf zurückführen.

Letzte Änderung: 26. Februar 2015  Copyright © Bayer AG
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